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Ziel & Konzept

Bei JOBLINGE engagieren sich Wirtschaft, Staat und Privatpersonen gemeinsam, um junge Menschen mit schwierigen Startbedingungen zu unterstützen – und die Lücke zwischen deren Herkunft und Zukunft zu schließen. Das Ziel: echte Jobchancen und die nachhaltige Integration in Arbeitsmarkt und Gesellschaft. In unseren Programmen können junge Erwachsene ihre Fähigkeiten in der Praxis beweisen – jenseits von Schulnoten und klassischen Bewerbungsgesprächen.



Unsere Vision:
Eine Welt, in der JOBLINGE überflüssig wird, weil junge Menschen ihre Zukunft ohne die Hürden der Herkunft aufbauen können.

 

Unsere Mission:
JOBLINGE denkt Widerstände mutig weiter, indem es junge Menschen – unabhängig von ihrer Herkunft – befähigt, ihr Potenzial zu erkennen und sich ihren Ausbildungs- oder Arbeitsplatz selbst zu erarbeiten, neue Wege für den Erfolg der Jugendlichen wagt und sich an der Wirksamkeit messen lässt, dafür die stärksten gesellschaftlichen Kräfte aus Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft bündelt.


 

JOBLINGE hat bisher mehr als 9.500 benachteiligte Jugendliche unterstützt – davon:

  • haben 100% multiple Vermittlungshemmnisse
  • sind mehr als 70% Mitglied einer Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaft
  • haben mehr als 56% einen Migrationshintergrund
  • ist der Durchschnitt älter als 20 Jahre
  • sind etwa 66% männlich
  • haben knapp 50% maximal einen Hauptschulabschluss
  • steckt der Durchschnitt seit 3 Jahren im Übergangssystem

Die Vermittlungsquote in den ersten Arbeitsmarkt liegt bei 73%, die Nachhaltigkeitsquote (gemessen sechs Monate nach Ausbildungsbeginn) bei 84%.

JOBLINGE wird ermöglicht durch öffentlich-private Kofinanzierung: öffentliche Fördergelder und Spenden von Unternehmen und Privatpersonen. Über die gesamte Initiative gerechnet setzt sich die Summe aus 65% öffentlichen Mitteln und 35% privatem Fundraising zusammen.


Die Entstehung der Initiative JOBLINGE

Wie können geringqualifizierte Jugendliche besser in den Arbeitsmarkt integriert werden? Mit dieser Frage des Bayerischen Kultusministeriums fing 2007 alles an. Die Unternehmensberatung The Boston Consulting Group und die Eberhard von Kuenheim Stiftung der BMW AG schlossen sich zusammen. Sie wollten herausfinden, warum es trotz zahlreicher Unterstützungsmaßnahmen im Übergangssystem nur wenigen benachteiligten Jugendlichen gelingt, im Arbeitsleben Fuß zu fassen.

Als Antwort hierauf eröffnete im April 2008 als erster Standort die gAG Zwiesel im Bayerischen Wald (später gAG Bayerwald). Um die Wirksamkeit des Konzepts nach der ländlichen Region auch in der Stadt zu testen, startete im April 2009 als zweiter Pilotstandort die gAG München. Nachdem der Ansatz auch hier Erfolg und viele Unterstützer fand, bereiteten die Initiatoren – das Konzept angepasst und spezifiziert um die Erfahrungen aus der Praxis – den bundesweiten Ausbau vor. Es folgten acht weitere gAGs mit über 30 bundesweiten Standorten sowie die Übertragbarkeit der Erfolgsfaktoren des Programms auf eine weitere Zielgruppe. Das JOBLINGE Kompass-Programm unterstützt seit 2016 junge Geflüchtete bei der Integration in Arbeit und Ausbildung.

Aufgrund des demografischen Wandels stellte im September 2013 der Pilotstandort gAG Bayerwald seine operative Arbeit ein. JOBLINGE dankt allen Unterstützern der ersten Stunde, die mit ihrer Offenheit und Innovationsfreude für 137 junge Menschen langfristige Perspektiven ermöglicht haben. 
 


Die Organisationsstruktur der Initiative JOBLINGE

JOBLINGE ist als Social-Franchise-System organisiert: In enger Zusammenarbeit mit der überregionalen Dachorganisation als „Franchisegeber“ setzen die lokalen Standorte als „Franchisenehmer“ das Konzept der Initiative in der Arbeit mit den jungen Menschen um.




Die Standorte: gemeinnützige Aktiengesellschaften
Den Rahmen für das lokale Engagement bilden gemeinnützige Aktiengesellschaften (gAGs), die mit Partnern aus der Wirtschaft und der öffentlichen Hand gegründet werden. Als Aktionäre bringen sich Unternehmen, Stiftungen und Organisationen, aber auch Kommunen und Landkreise ein. Für gAGs gelten im Wesentlichen die gleichen Bedingungen wie für herkömmliche Aktiengesellschaften – mit einem wichtigen Unterschied: Statt einer finanziellen erhalten die Aktionäre eine ideelle Dividende. Vertreter der Aktionäre engagieren sich ehrenamtlich als Vorstand oder im Aufsichtsrat der gAG bzw. im Beirat einer Filiale.
Seit dem Start im Jahr 2008 ist die Initiative auf bundesweit mehr als 30 Standorte gewachsen. Dies geschieht nach dem Modell der Filialisierung: Neue Standorte werden unter dem Dach einer bestehenden gAG eröffnet.


Die Dachorganisation / gemeinnütziger JOBLINGE e. V.
Überregional gesteuert wird die Initiative von der JOBLINGE-Dachorganisation. Als Franchisegeber setzt diese Standards, treibt die Weiterentwicklung des Konzepts voran und steuert das Wachstum der Initiative. Gleichzeitig übernimmt sie zentrale Services wie Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, Reportingsysteme, Datenbank und IT-Infrastruktur. Sie bereitet die Zertifizierung vor, unterstützt beim Fundraising sowie beim Best-Practice-Austausch. Die Dachorganisation ist für das Onboarding neuer Standort-Teams zuständig und organisiert Trainings zur Weiterbildung der Mitarbeiter*innen. Vorstände der JOBLINGE-Dachorganisation und der Gesamtinitiative sind Ulrike Garanin und Kadim Tas.


Die Stiftung
Um eine dauerhafte Unterstützung der Initiative zu ermöglichen, rief die Boston Consulting Group 2011 die JOBLINGE-Stiftung ins Leben. Anders als die Standorte und die Dachorganisation hat die Stiftung keine Mitarbeiter*innen. Als Förderstiftung bündelt sie die Spenden der Initiator*innen, Premiumpartner und weiterer privater Fördernden, die im Sinne des Spendenden einzelnen Standorten oder der Gesamtinitiative zugutekommen.