Transparenz und Wirkung

Transparenz

Als Social Entrepreneur geht JOBLINGE das gesellschaftliche Problem Jugendarbeitslosigkeit auf unternehmerische Weise an. Ziel ist es, den sozialen Gewinn zu „maximieren“ – sprich möglichst viele junge Menschen nachhaltig in Arbeitsmarkt und Gesellschaft zu integrieren. Daher bedeutet es für uns Verpflichtung und Selbstverständnis, den finanziellen und ehrenamtlichen Einsatz unserer Unterstützer nicht nur bestmöglich im Sinne der Teilnehmer einzusetzen, sondern auch transparent ...

... darüber zu berichten.

  • Verfasst nach dem Social Reporting Standard (SRS) erscheint in jedem Jahr der ausführliche Jahres- und Wirkungsbericht der Initiative JOBLINGE, veröffentlicht auf Deutsch und Englisch
     
  • JOBLINGE ist Mitglied der Initiative Transparente Zivilgesellschaft (die zehn Kriterien der Selbstverpflichtung finden Sie hier)
     
  • Jede Joblinge gAG und die Dachorganisation erstellen nach dem HGB ihre Jahresabschlüsse und lassen diese freiwillig von der Wirtschaftsprüfung KPMG prüfen (mit pro bono Unterstützung)
     
  • Die Qualitätssicherung erfolgt intern über die Dachorganisation, die einheitliche Standards vorgibt, ein professionales Finanzcontrolling- und Datenbanksystem stellt und gemeinsam mit den Standorten regelmäßig Finanzen und operative Indikatoren betrachtet

  • In den lokalen Aufsichtsratssitzungen und der überregionalen Mitgliederversammlung berichten die Vorstände der gAGs und der Dachorganisation ihren Kontrollgremien regelmäßig über die operativen und Finanzkennzahlen 

Für ihr wirksames Konzept und ihre Nachhaltigkeit hat JOBLINGE bereits mehrere Auszeichnungen erhalten (u.a. als Integrationsprojekt des Jahres 2014) und wurde von der Bertelsmann Stiftung und der European Business School als Beispiel für erfolgreiche soziale Innovationen analysiert.

Die Wirkung des JOBLINGE-Programms

Die Vermittlungs- und Nachhaltigkeitsquote sind die beiden wichtigsten Kennzahlen der JOBLINGE-Initiative. Denn sie stehen für jeden einzelnen Jugendlichen, der fest im Arbeitsleben und der Gesellschaft angekommen ist. Auf die Frage, was sich am meisten für ihn verändert habe, antwortete einer der ersten Teilnehmer des JOBLINGE-Programms: „Ich bin stolz darauf, dass ich nun Steuern zahlen darf.“ Ausbildung und Arbeit sind nicht nur die Grundlage für ein unabhängiges, selbstbestimmtes Leben, sondern sie ermöglichen Teilhabe. Immer wieder zeigen Jugendliche stolz ihre erste Gehaltsabrechnung vor – sie sind vom Hilfsempfänger zum Beitragszahler und damit aktiven Mitglied der Gesellschaft geworden. Auch für die ehrenamtlichen Mentoren ...

ergibt sich aus dem eigenen Engagement große Wirkung. Viele Mentoren haben bereits mehrere junge Menschen begleitet und berichten, dass sie selbst in hohem Maße von ihrem Mentee lernen und sich durch die Persönlichkeit und Geschichte des Jugendlichen vertieft auch mit der eigenen Biografie beschäftigen. Ein Mentor sagt: „Jedes Treffen mit meinem Jobling ist ein Erlebnis und bereichert mich.“ Mit Unterstützung, aber aus eigener Kraft schaffen die Jugendlichen eine 180-Grad-Wendung. Die hauptamtlichen Mitarbeiter bereiten die Jugendlichen intensiv und individuell auf das Berufsleben vor und leisten Hilfestellung beim Umgang mit häufig tiefliegenden Erlebnissen; die Mentoren sind Vorbild und wichtige Orientierung für das Leben und Werte, die viele der Jugendlichen von zu Hause nicht kennen und die auf die Frage nach Wünschen für die Zukunft immer wieder genannt werden: feste Strukturen, ein geregelter Arbeitstag, eine eigene Wohnung, Familie und Kinder.

Dieser Win-win-Gedanke für alle Beteiligten ist ein wesentliches Element des JOBLINGE-Konzepts. So haben einige große Partnerunternehmen das ehrenamtliche Mentoring als Wahlmodul in ihre Personalentwicklungsprogramme aufgenommen und sehen für sich darin die ideale Ergänzung von sozialem Engagement und zielgerichteter Mitarbeiterqualifizierung. Neben der Führungskräfteentwicklung und Bindung bestehender Mitarbeiter gewinnen die Unternehmen auch neue Mitarbeiter und wirken mit dem Ausbildungsplatzangebot für Joblinge ihrem Fachkräftemangel entgegen. Außerdem öffnen die Unternehmen sich für neue Zielgruppen und geben jungen Menschen Chancen jenseits formaler Anforderungen. Gerade kleinere Betriebe schätzen auch die Unterstützung durch JOBLINGE Mitarbeiter während der kompletten Ausbildungsdauer, und sie können so erstmals oder wieder Ausbildungsplätze bereitstellen.

Nicht nur aus betriebswirtschaftlicher, sondern auch aus volkswirtschaftlicher Sicht ergeben sich durch das JOBLINGE-Programm signifikante positive Effekte. Die erfolgreiche Integration durch die JOBLINGE-Initiative führen kurz-, mittel- und auch langfristig zu einer deutlichen finanziellen Entlastung der öffentlichen Hand. So sind die direkten, öffentlich geförderten Programmkosten (knapp 3.600 pro Teilnehmer für sechs Monate plus die Kosten für Sozialleistungen, die während der Programmdauer anfallen) bereits nach 17 Monaten für den Staat günstiger als eine reine Fortzahlung der Sozialleistungen. Nach 3 ¼ Jahren ist für die öffentliche Hand die vollständige Amortisation der Kosten erreicht. Langfristig wird das System durch die überdurchschnittlich hohe Nachhaltigkeit der Vermittlung im JOBLINGE-Programm deutlich entlastet: Die Gesamteinsparungen nach zehn Jahren betragen knapp € 140.000 für jeden nachhaltig vermittelten Jobling.

Quelle: "Die JOBLINGE-Initiative - eine volkswirtschaftliche Betrachtung", Ruben Höpfer, HessenChemie. Die ausführliche Analyse finden Sie im Tagungsband zu den 11. Wiesbadener Gesprächen zur Sozialpolitik.

Im April 2017 wurde JOBLINGE mit dem PHINEO Wirkt-Siegel ausgezeichnet, eine der wichtigsten Auszeichnungen zu Wirksamkeit und Transparenz gemeinnütziger Organisationen in Deutschland. Das Verfahren des unabhängigen Analysehauses PHINEO beruht auf einem aufwändigen, 1,5-jährigen Prozess, mit dem Ergebnis: Das Spendensiegel belegt die besonders wirksame Arbeit der Initiative JOBLINGE, junge Menschen nachhaltig beim Einstieg ins Berufsleben zu unterstützen.

"JOBLINGE ist ein herausragendes Beispiel dafür, dass soziale Probleme auch und vor allem durch unternehmerische Initiativen angegangen und gelöst werden können. Nicht nur bei uns, sondern auch und vor allem im europäischen Kontext stellt die Jugendarbeitslosigkeit eine der drängendsten gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit dar und ihre Bekämpfung folglich einen wertvollen Beitrag zum Gemeinwohl. Dieser Beitrag wird von den Joblingen nicht nur erbracht, sondern auch konkret gemessen, quantifiziert und kommuniziert. Mit dem höchst effektiven „Hilfe zur Selbsthilfe“-Ansatz, der Organisation als Social-Franchise-Modell und aufgrund ihrer durchgängigen Qualitätsorientierung stellt JOBLINGE eine sehr erfolgreiche soziale Innovation dar, die wegweisend auch für künftige Initiativen sein wird. Joblinge ist ein Best-Practice-Beispiel für Social Entrepreneurship."

Dr. Volker Then, Geschäftsführender Direktor, Centre for Social Entrepreneurship, Universität Heidelberg