JOBLINGE geht neue Wege: das MINT-Programm

„Bei JOBLINGE greifen wir Trends auf dem Arbeitsmarkt nicht nur auf, sondern denken sie auch für unsere Zielgruppe weiter. Gerade angesichts des Fachkräftemangels in den MINT-Berufen und der fortschreitenden Digitalisierung scheint die Lücke zwischen Herkunft und Zukunft für benachteiligte Jugendliche besonders weit auseinanderzuklaffen. Genau deshalb ist es wichtig, innovative und konkrete Lösungen zu entwickeln." - Kadim Tas, operativer Vorstand der JOBLINGE-Dachorganisation

Mit dem neuen MINT-Programm (Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik - kurz: MINT) will JOBLINGE benachteiligte, langzeitarbeitslose Jugendliche für Berufe in diesem Bereich begeistern, sie in entsprechende Ausbildungen vermitteln - und so eine Brücke zwischen potenziellen Auszubildenden und Unternehmen schlagen. Vor dem Hintergrund der fortschreitenden Digitalisierung und des Fachkräftemangels schließt JOBLINGE mit seinem MINT-Programm die Qualifikationsschere für diese Jugendlichen. Unser Ziel: den Anteil der in diesen Ausbildungsbereich vermittelten JOBLINGE-Teilnehmer bundesweit auf mehr als 30 Prozent erhöhen.

MINT-Programm: Spagat zwischen digitalem Lernen und praktischem Erleben

Gerade der Zielgruppe von JOBLINGE fällt der Sprung in die MINT-Branche oft schwer. Aufbauend auf zehn Jahren Erfahrung mit diesen Jugendlichen hat JOBLINGE daher das neue MINT-Programm auf zwei Säulen aufgebaut: Eine neue Lern-App ermöglicht den Jugendlichen digital eine weitestgehend selbständige Mathe-Qualifizierung; parallel dazu werden die Teilnehmer in praxisnahen Workshops direkt in Unternehmen für den Bereich sensibilisiert. Gleichzeitig eröffnen sich für die Firmen neue Wege, Kandidaten kennenzulernen sowie Kompetenzen und Interessen unverbindlich zu testen.

                    App "Mathe als Mission"

                    JOBLINGE goes MINT

MINT-Programm – im Detail erklärt

Die zwei Säulen des MINT-Programms sind in Zusammenarbeit vieler JOBLINGE-Mitarbeiter gemeinsam mit unseren Partnerunternehmen, der BMW Group und JP Morgan, entwickelt worden. Christiane Schubert, stellvertretende Regionalleiterin gAG FrankfurtRheinMain und Leitung JOBLINGE goes MINT, und Fiona von Prónay, Verantwortliche für das MINT-Programm in der Dachorganisation, treiben die Entwicklung federführend voran. In den vergangenen Monaten sind so die zwei Säulen des neuen Programms zusammengewachsen und verzahnt worden: digitales Lernen und praktisches Erleben.

Wie ist das MINT-Programm entstanden? Wie hat JOBLINGE es entwickelt?

Christiane Schubert: In Frankfurt sind wir im September 2015 zusammen mit unserem Kooperationspartner JP Morgan in das Pilotprojekt JOBLINGE goes MINT gestartet. Wir wollten das Projekt so aufsetzen, dass wir einen Hebel finden, wie wir den Anteil unserer in Ausbildung vermittelten Teilnehmer im MINT-Bereich steigern können. Unser erstes Ziel: 35 Prozent - statt damals 25. Das war der Auftakt für JOBLINGE goes MINT und die Säule "praktisches Erleben".

Fiona von Prónay: Parallel dazu entstand 2015 in München ein weiteres Projekt gemeinsam mit der BMW Group als längjährigem JOBLINGE-Partner. Hier lag der Fokus auf der Qualifizierung von Jugendlichen, um sie fit zu machen für Einstellungstests in der MINT-Branche und später für die Berufsschule. Im gleichen Zug wollten wir auch die Motivation der Jugendlichen für technische Ausbildungsberufe steigern. Dafür wollten wir mit einem neuen Lernformat arbeiten: mit einer App, in der klassische Lerninhalte mit einem Spiel kombiniert werden. So entstand die Säule "digitales Lernen".


Wie laufen digitales Lernen und praktisches Erleben nun zusammen?

Christiane Schubert: Die Entwicklung beider Säulen verlief erst einmal unabhängig voneinander, um den unterschiedlichen Fragestellungen gerecht zu werden – einmal bei der Qualifikation für die MINT-Branche durch die App und dann durch die Orientierung und Sensibilisierung in praktischen Workshops. Allerdings war uns schnell bewusst, dass wir hier ein Programm vorantreiben und beide Teile sich ergänzen und sogar aufeinander aufbauen.

Fiona von Prónay: So sind beide Säulen nun auch didaktisch miteinander verbunden. Die Teilnehmer starten im Programm mit der App und können sich kontinuierlich im Mathebereich qualifizieren, dann starten innerhalb der Berufsorientierung die MINT-Sensibilisierung und die praktischen Workshops, die MINTwelten. Sie bieten eine reale, praktische Möglichkeit der Qualifizierung, bringen die Teilnehmer mit Partnerunternehmen in der MINT-Branche in Kontakt und die Unternehmen können sich durch das persönliche Kennenlernen von den Teilnehmern überzeugen.

Kommen wir zur Säule digitales Lernen: Was ist besonders und neu an der App?

Fiona von Prónay:
In der App kombinieren wir klassische Lerninhalte mit einem Spiel. Dieses Format motiviert auch Jugendliche mit mangelndem Interesse an Mathe und MINT-Berufen. Sie spielen die App, lernen Mathe und qualifizieren sich gleichzeitig für die Anforderungen technischer Ausbildungsberufe. Denn erfolgskritisch für unsere Zielgruppe ist, dass die Didaktik beim Lernen eben nicht in einer schulischen Aufgabe oder einer Formel stecken bleibt oder wir lediglich Karteikartenwissen abfragen. Wir wollen den Teilnehmern zeigen, dass Mathe Spaß machen kann und dass sie es lernen können mit der richtigen Methode.

Sie möchten mehr zum digitalen Lernen und zur App erfahren? Weitere Informationen finden Sie hier.


Wie funktioniert das praktische Erleben im MINT-Programm?


Christiane Schubert: Bei der Entwicklung des Programmteils JOBLINGE goes MINT haben wir drei strategische Stoßrichtungen verfolgt: Das bestehende JOBLINGE-Unternehmensnetzwerk sollte erstens durch neue Zugänge erweitert werden – spezifisch um Unternehmen aus der MINT-Branche. Zweitens: die Unternehmen sollten die JOBLINGE-Zielgruppe als potenzielle neue Arbeitnehmer identifizieren. Drittens: auch die Zielgruppe sollte für MINT-Berufe und Unternehmen der Branche als für sie passende Arbeitgeber sensibilisiert werden.

Eine große Herausforderung stellten vor allem die Zugänge in den MINT-Bereich dar. Diese mussten wir auf beiden Seiten senken – und zwar über Workshops wie die MINTwelten. Nur so konnten sich Unternehmen und Teilnehmer des JOBLINGE-Programms auf unverbindliche Art kennenlernen, informiert und individuell beraten werden, mit dem weiteren Ziel, das Interesse für die MINT-Branche und für die potenziellen neuen Auszubildenden zu steigern. Über diese Sensibilisierung haben viele Teilnehmer begeistert neue Fähigkeiten an sich entdeckt, Scheu und Ängste vor der MINT-Branche abgelegt und neue Berufe in diesem Bereich für sich entdeckt.

Sie möchten mehr zum praktischen Erleben und unseren MINTwelten erfahren? Weitere Informationen finden Sie hier.

Ihr Ansprechpartner

Fiona von Prónay
Telefon: 089 1250141 16
fiona.vonpronay @ joblinge.de

Christiane Schubert
Telefon: 069 1707 59 174 
christiane.schubert @ joblinge.de

Bereits seit mehreren Jahren unterstützen wir JOBLINGE und beschäftigen Teilnehmer des Programms in unserem Unternehmen. Vor dem Hintergrund unserer sehr positiven Erfahrungen ist es uns ein großes Anliegen, das Verständnis und die Begeisterung für Technik bei diesen jungen Menschen zu fördern. Mit Mathe als Mission liefern wir den Jugendlichen einen weiteren wichtigen Baustein auf ihrem Weg in die Arbeitswelt und eine selbstbestimmte Zukunft.

Milagros Caiña-Andree, Personalvorstand der BMW Group

Mit JOBLINGE goes MINT wollen wir vor allem die Zugangsschranken in den MINT-Bereich für die Jugendlichen senken. In unseren Workshops MINTwelten können Teilnehmer ihr Interesse und ihre Fähigkeiten für MINT-Berufe testen – und zwar durch praxisnahe, berufsrelevante Experimente direkt vor Ort in den Unternehmen. Gleichzeitig finden so auch persönliche Treffen zwischen Firmen und JOBLINGE-Teilnehmern statt, die ein unverbindliches Kennenlernen ermöglichen. Das Interesse steigt so auf beiden Seiten.

Andreas Windmeier, Head of Treasury Services bei J.P. Morgan