„Was zahlen Sie mir dafür, dass ich bei Ihnen mitmache?“ Diese Frage stellte uns 2007 ein junger Mann aus München. Er gehörte zu den ersten Jugendlichen, die als Fokusgruppe das gerade entstehende JOBLINGE-Konzept vorgestellt bekamen. Der potentielle Teilnehmer war damals 20 Jahre alt, hatte einen schlechten Hauptschulabschluss und war bereits seit dreieinhalb Jahren ohne Ausbildung oder Job.  

Die Frage ist nicht so abwegig wie sie zunächst klingt. Sie zeigt, dass der Teilnehmer nicht nur schul-, sondern auch maßnahmenmüde ist und gelernt hat, sich in der Parallelwelt des Übergangssystems zu bewegen. Viele Bildungsträger zahlen ein morgendliches Taschengeld für die tägliche Anwesenheit und Unterschrift in der Teilnahmeliste – denn nur ein besetzter Maßnahmenplatz wird öffentlich gefördert. Finanziell gesehen also eine lohnende Praxis.

Wir meinen, dass es ein schlechter Einstieg ist, um zu lernen, selbst Verantwortung zu übernehmen. Bei JOBLINGE müssen sich die Teilnehmer die Aufnahme durch eine gemeinnützige Arbeit in der Gruppe verdienen – wer diese erste Hürde meistert, hat sich auf den Weg gemacht vom passiven Hilfsempfänger zum aktiven Beitragsleister.