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Praktisches Erleben mit den MINTwelten

Der Zielgruppe von JOBLINGE fällt der Sprung in die MINT-Branche oft schwer. Neben neuen und digitalen Lernformaten wie der App „Mathe als Mission“ baut unser MINT-Programm daher auf der Säule „Praktisches Erleben“ auf. Diese beinhaltet:

MINTwelten: die praxisnahen Workshops LABORwelt, ELEKTRONIKwelt und TECHNIKwelt zur Rekrutierung und Kompetenzfeststellung, Sensibilisierung der jungen Menschen für die MINT-Branche, Unternehmensbesuche, Praxistage und Praktika im MINT-Bereich 
 


In „Praktisches Erleben“ dienen Module in den Bereichen Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik dazu, die Teilnehmenden zu sensibilisieren, ermutigen und befähigen. Gleichzeitig werden Ansätze aufgezeigt, wie gemeinsam mit vom Fachkräftemangel betroffenen Unternehmen innovative niederschwellige Einstiegsmöglichkeiten für den Nachwuchs geschaffen werden können – beispielsweise mit den MINTwelten.

 


Praktisches Erleben mit JOBLINGE goes MINT

Eine große Herausforderung stellen für die JOBLINGE-Zielgruppe vor allem die Zugangsschranken in den MINT-Bereich dar. JOBLINGE goes MINT bietet Unternehmen und Teilnehmern des JOBLINGE-Programms die Möglichkeit, sich auf unverbindliche Art kennenzulernen, zu informieren und individuell beraten zu werden, mit dem weiteren Ziel, das Interesse für die MINT-Branche und für die potenziellen neuen Auszubildenden zu steigern. Über diese Sensibilisierung haben viele Teilnehmer begeistert neue Fähigkeiten an sich entdeckt, Scheu und Ängste vor der MINT-Branche abgelegt und neue Berufe in diesem Bereich für sich entdeckt. Was genau in den MINTwelten passiert, das erklären die JOBLINGE-Spezialisten Christiane Schuber und Christian Holder im Interview. 
 

  • Wie funktionieren die MINTwelten?

    Christiane Schubert: Um der Vielfalt der MINT-Berufe gerecht zu werden, haben wir (zusammen mit two4science) drei unterschiedliche Workshops entwickelt: die LABORwelt, die ELEKTRONIKwelt und die TECHNIKwelt. Die etwa zweistündigen Workshops werden in Partnerunternehmen aus der MINT-Branche durchgeführt, um den Teilnehmern einen realistischen Eindruck der entsprechenden MINTwelt zu ermöglichen, und um gleichzeitig so viele Unternehmensvertreter wie möglich, Ausbilder und Personalverantwortliche, einbinden zu können.

    Christian Holder: Wir nutzen Experimentierkits, in denen das gesamte Material zur Durchführung der Workshops enthalten ist. Die Ausbilder und Betreuer erhalten als Evaluationsinstrument vorab ein Kompetenzraster, um die Jugendlichen gezielt beobachten zu können und Potentiale systematisch zu erfassen. Die Teilnehmer erhalten nach Abschluss des Experiments ebenfalls Evaluationsbögen, um ihre Selbsteinschätzung ungefiltert zu Papier zu bringen.

  • Wie sieht dann eine solche MINTwelt aus?

    Fiona von Prónay: Beispielsweise erhalten die Teilnehmer in der LABORwelt Schutzbrillen sowie eine Arbeitsanweisung, auf der steht, dass in einem Chemielabor ein Missgeschick geschehen ist. Bei einer Überschwemmung haben sich alle Etiketten von den Behältnissen gelöst, nun müssen die richtigen Chemikalien zugeordnet werden. Dass alle Pulver weiß sind, macht es nicht einfacher.

    Christian Holder: Die Teilnehmer erhalten dann ein Tablett mit einer Reihe Laborgläser, zwei unterschiedlichen Spritzflaschen und Pipetten, sechs identischen Döschen mit weißem Pulver sowie das Blatt mit der Versuchsanordnung und den Hinweisen: Natriumcarbonat wird mit Wasser zu Kleister. Puderzucker wird mit Zitronensaft klumpig. Ascorbinsäure reagiert mit Zitronensaft gar nicht. Und dann müssen sie experimentieren.

  • Wie stehen Nutzen und Aufwand solcher Workshops zueinander?

    Christiane Schubert: Der Nutzen ist immens – und die Organisation solcher Workshops lohnt sich unseren Erfahrungen nach sehr. Denn die in der Rekrutierung üblichen theoretischen Tests lassen kaum Rückschlüsse über Neigungen und Begabungen von Teilnehmern zu. Wir evaluieren am Ende aber nicht nur das Ergebnis, sondern auch ausbildungsrelevante Kompetenzen wie die Herangehensweise, die Struktur, Teamarbeit, Effizienz, Gründlichkeit, Frustrationstoleranz und vieles andere. Genau darauf kommt es vielen Unternehmen an: Passt der Teilnehmer von seiner Haltung und seinem Charakter in unser Unternehmen? Das Wissen kommt dann sowieso in der Ausbildung. Motivation und Leidenschaft für eine Aufgabe sind kaum zu lernen.

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