Digitales Lernen mit der App "Mathe als Mission"

Mit der App schafft JOBLINGE ein neues Lernformat für die Zielgruppe: klassische Lerninhalte werden mit einem digitalen Spiel kombiniert. Dieses Format motiviert auch Jugendliche mit mangelndem Interesse an Mathe und MINT-Berufen. Sie spielen die App, lernen Mathe und qualifizieren sich gleichzeitig für die Anforderungen technischer Ausbildungsberufe. 

Die ersten Scribbles: zur Visualisierung der Matheaufgaben und der Spielgeschichte.

Die Spielgeschichte der App: Eine Gruppe von Ex-Ganoven sorgt für ausgleichende Gerechtigkeit. Wenn alle offiziellen Institutionen scheitern, kommen die Joblinge ins Spiel um Menschen in Not zu helfen. Jeden Tag wartet dabei ein neuer aufregender Coup. Im Fokus steht ein Team von Hackern. Sie müssen Missionen übernehmen: Dafür sind Technik, Verstand/Logik sowie Mathematik-Wissen nötig.

User-Testing: Bei der Entwicklung waren die JOBLINGE-Teilnehmer von Anfang an eingebunden. So wurde die App passgenau auf die Zielgruppe zugeschnitten.

Denn erfolgskritisch für die JOBLINGE-Zielgruppe ist, dass die Didaktik beim Lernen eben nicht in einer schulischen Aufgabe oder einer Formel stecken bleibt oder lediglich Karteikartenwissen abgefragt wird. JOBLINGE will den Jugendlichen zeigen, dass Mathe Spaß machen kann, und dass sie es lernen können mit der richtigen Methode. Wie diese Methode aussieht, das erklärt Fiona von Prónay, Verantwortliche für das MINT-Programm.

Wenn es um die Anforderungen technischer Ausbildungsberufe geht: Warum beinhaltet die App nur Mathe-Aufgaben? 

Fiona von Prónay: Im ersten und grundlegendsten Schritt mussten wir zunächst ein pädagogisch und didaktisch fundiertes Konzept für die künftige App erstellen, um nicht vorbei an der Zielgruppe und den Bedarfen der Jugendlichen zu arbeiten. Zunächst haben wir die relevanten Ausbildungsberufe identifiziert – gemeinsam mit Ausbildern von BMW. Als wir dann im zweiten Schritt die Detail-Anforderungen in den Lehrplänen prüften, stellten wir fest, dass die einzelnen Ausbildungen in den Grundzügen im Bereich Mathematik identisch sind. Wichtig waren vor allem: Mathematik, logisches Denken, räumliches Vorstellungsvermögen und technisches Grundverständnis. 

Unsere App dient der Basisqualifizierung für technische Ausbildungsberufe und zur Vorbereitung auf die Einstellungstest – oftmals die erste Hürde. Der spielerische Ansatz hilft dabei den Jugendlichen die Hemmung zu nehmen sich überhaupt wieder an das Thema Mathematik heranzutrauen. Der in App angestoßene Lernprozess soll dann später im Programm aufgegriffen und vertieft werden. Die Jugendlichen werden so nachhaltig auf die Anforderungen der Berufsschule im Bereich Mathematik vorbereitet.

Das ist immer noch ein weites Feld: Wie habt ihr dann die Aufgaben konkretisiert?

Fiona von Prónay: Wir haben zusätzlich eine Vielzahl von Expertengesprächen geführt. Dann haben wir die Einstellungstests analysiert auf Gemeinsamkeiten und dabei sehr eng mit den Ausbildern der BMW Group zusammengearbeitet. So liegt der Fokus der App auf den folgenden Bereichen: Dreisatz, Prozentrechnen, Gleichungen, Geometrie (Raumvorstellung, Flächenberechnung), Bruchrechnen und Logik. In dem gesamten Entwicklungsprozess der App haben wir außerdem standardisierte Tests, zahlreiche User-Testings und Workshops mit der Zielgruppe und Experten durchgeführt.

Welche Experten unterstützen?

Fiona von Prónay: Wir arbeiten sehr eng mit der Agentur Reality Twist und Professor Dr. Martin Stein vom Institut für Didaktik der Mathematik und Informatik der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster zusammen für die Entwicklung der passgenauen und messbaren App-Aufgaben. Ein Schwerpunkt der wissenschaftlichen Arbeit von Professor Dr. Stein sind internetgestützte Systeme zum Lernen und Lehren von Mathematik und er hat das Projekt und die Online-Plattform Mathe4Job gemeinsam mit der Stiftung Rechnen ins Leben gerufen. Zusammen mit Reality Twist hat er daran gearbeitet, die Matheaufgaben sinnvoll in die Spielgeschichte einzubetten. Das war ein sehr wichtiger Schritt, denn die größte Herausforderung bei der Entwicklung war eben genau diese Verknüpfung der beiden Teile.

Wie erfolgt die Erfolgskontrolle, ob die Lern-App das gewünschte Lernziel erreicht?

Fiona von Prónay: Die App misst den individuellen Lernerfolg jedes Teilnehmers, so dass die JOBLINGE-Mitarbeiter vor Ort auch gezielt auf die Bedürfnisse eingehen können. In die Auswertung fließen zusätzlich Ergebnisse speziell entwickelter Vor- und Nachtests ein.

Ihr Ansprechpartner

Fiona von Prónay
Telefon: 089 1250141 16
fiona.vonpronay @ joblinge.de

Einen Überblick über MINT-Programm finden Sie hier.