News gAG München

Ausbildertreff mit Teilnehmer-Highlight

Ende Oktober war es wieder soweit: Viele Ausbilder unterschiedlicher Größen und Branchen sind unserer Einladung auf die Praterinsel gefolgt. Dieses Mal mit der Überschrift „Generationen in der Ausbildung - zwischen Anspruch und Wirklichkeit“.
Auf dieses Thema stießen wir in den Joblinge-Ausbilderrunden immer mal wieder: Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten gibt es bei den Generationen? Welche Werte, Einstellungen und Arbeitshaltungen charakterisieren sie? Als Referentin zu diesem Thema konnten wir Frau Astrid Schimmelpenninck, Pädagogin, systemische Familientherapeutin und Geschäftsführerin einer international tätigen Stiftung, gewinnen. Neben Hintergrundinformationen zum Thema standen vor allem konkrete Handlungsoptionen im Vordergrund: Welche Auswirkungen haben etwaige Unterschiede für eine erfolgreiche Zusammenarbeit in der Ausbildung? Und wie kann dieses Wissen im Ausbildungs-Alltag genutzt werden?
Wir stellten gemeinsam fest: Generationen-Unterschiede sind erkennbar und führen nicht selten auch zu Herausforderungen in der Kommunikation. Gleichzeitig bereichern diese und können für die Entwicklung des Unternehmens genutzt werden. Wertschätzung und das „Gesehen werden“ ist generationenübergreifend wesentlich. Mit dieser nicht neuen, aber immer wieder wichtigen Erkenntnis gingen die Teilnehmer in den anschließenden Mittagsimbiss, bei dem Gespräche vertieft und neue Netzwerke geknüpft werden konnten.
Ergänzend zum fachlichen und persönlichen Austausch gab es wie immer auch ein Update zur JOBLINGE-Initiative von der Münchner Standortleiterin Anja Reinhard – und Infos zu den gesuchten Praktikums- und Ausbildungsplätzen der aktuellen JOBLINGE-Gruppe.
Fazit: Ein Vormittag mit vielen Infos, intensivem Austausch und engagierten Ausbildern, die sich für die gelungene Veranstaltung bedankten.
Und unser Highlight der Runde: Ein Vertreter der Ausbilder ist ein ehemaliger Jobling! Dmitry D. (Foto: ganz links) konnte durch das JOBLINGE-Programm 2010 in eine Ausbildung als Kaufmann im Groß- und Außenhandel starten, die er im August 2013 erfolgreich abschloss. Sein Ausbildungsbetrieb übernahm ihn und mittlerweile ist er interner Mentor des neuen (JOBLINGE-) Azubis Luca. Das macht uns sehr stolz!


Debate It! – Kritisch denken, treffend argumentieren

Die Jugendlichen der Oktober-Gruppe 2016 durften in der Orientierungsphase – wie ihre Kollegen im Vorjahr - am Projekt „Debate It!“ teilnehmen.

Zusammen mit Anwälten der Kanzlei Hogan Lovells International LLP in München lernten die Jugendlichen wie man sich eine Meinung bildet, diese richtig darlegt und argumentiert. Sprache und Ausdrucksfähigkeit sind nicht nur für Anwälte ein wichtiges Handwerkszeug um zu überzeugen.
Das Projekt fand über einen Zeitraum von etwa sieben Wochen in wöchentlichen Trainingseinheiten statt. Die Joblinge verbesserten ihre (körper-)sprachlichen Kompetenzen, verbal und non-verbal kontinuierlich. Sie erfuhren ein gezieltes Coaching im freien Sprechen vor einer Gruppe und im Debattieren und hatten auch Gelegenheit, ihre Kompetenzen im Umgang mit kontroversen Themen und bei der unabhängigen Meinungsbildung zu erweitern.
Das Projekt hat zum wiederholten Mal großen Anklang bei den Teilnehmern gefunden. Eine gute Ausdrucksfähigkeit empfanden sie als großes Plus sowohl im beruflichen als auch im privaten Kontext.

Im Abschlusswettbewerb traten die Jugendlichen gegeneinander an: Sollte ein freiwilliges soziales Jahr freiwillig bleiben? Oder sollte es für jeden jungen Menschen verpflichtend sein? Was spricht für den Zwang? Was dagegen? Team Pro-Zwang und Team Kontra-Zwang mussten ihre Argumente darlegen und aufeinander eingehen. Sind die Argumente schlüssig? Bauen sie aufeinander auf? Sind Wortwahl, Stil und auch Körpersprache angemessen und passend? Auf all das achtete die Jury und kürte am Ende das Team Kontra-Zwang zum Sieger. Gewonnen haben trotzdem alle 14 Jugendlichen: Denn gelernt, wie man selbstsicher, ruhig und besonnen diskutieren kann, das haben sie alle in den vergangenen Wochen.

Rund ums Bild – Die Projektpräsentation der Gruppe IV-2016

Selbstbild vs. Fremdbild: Stimmen beide überein? Mit dieser Frage haben sich die JOBLINGE-Teilnehmer beschäftigt. Ergebnis: Ein Fotoprojekt, dessen Ergebnisse die Jugendlichen vor mehr als 80 begeisterten Gästen vor- und ausgestellt haben. Was hat das mit Berufsvorbereitung im JOBLINGE-Programm zu tun? Die Auseinandersetzung mit der eigenen Persönlichkeit und Wahrnehmung des Umfelds sei auch im Job sehr wichtig, erklärten die Teilnehmer.
Außerdem zeigten die Joblinge ihre Projektergebnisse aus dem Kunstlinge-Projekt: Einem Kooperationsprojekt zwischen der JOBLINGE gAG München, der Pinakothek der Moderne und dem Münchner Rotary Club-Englischer Garten, das die Münchner Rotary Clubs finanziell fördern. Dafür suchten sich die Jugendlichen in der Pinakothek Gemälde aus, mit deren Themen sie sich – inhaltlich, künstlerisch und musikalisch - auseinandersetzten. Mitunter schwere Kost: Es ging um Krankheit, Krieg und einen lächerlich dargestellten Hitler.

KfZ-JOBLINGE - ein gemeinsames Projekt mit der TÜV Süd Stiftung und der KfZ-Innung München-Oberbayern

Ein besonderes Projekt wird unseren jungen Teilnehmern der im Oktober gestarteten Gruppe geboten: gemeinsam mit der TÜV Süd Stiftung und der KfZ-Innung München-Oberbayern werden Chancen für jugendliche Anwärter der KfZ-Mechatronik eröffnet, die die Eingangsvoraussetzungen für den Beruf des KfZ-Mechatronikers nicht von vorneherein erfüllen. Der Beruf ist sehr beliebt bei den JOBLINGE-Teilnehmern, doch nur selten stimmen die schulischen Voraussetzungen mit den Anforderungen überein. Zusammen mit den Projektpartnern fand Ende Oktober eine theoretische und praktische Eignungsfeststellung in den Räumen der KfZ-Innung statt, die speziell auf die Zielgruppe zugeschnitten war. Unsere Teilnehmer, die diese Eignung erfolgreich bestanden haben, sind derzeit in vorbereitenden Berufspraktika in verschiedenen KfZ-Werkstätten, um sich weiter für den Beruf zu qualifizieren. Ziel ist es, gemeinsam mit der KfZ-Innung München-Oberbayern Unternehmen zu finden, die unseren KfZ-Joblingen ab Februar die Chance auf ein sechsmonatiges Praktikum geben, um diese dann ab September 2017 als Auszubildende in ihrem Betrieb zu übernehmen. Durch JOBLINGE werden die Jugendlichen in diesem Praktikum an einem Tag pro Woche in den Räumen der KfZ-Innung weiter in der Praxis begleitet und ideal auf die Anforderungen an einen Auszubildenden in der KfZ-Branche vorbereitet.

Sie bilden im Bereich KfZ-Mechatronik aus und sind interessiert, das gemeinsame Projekt zu unterstützen und einem jungen Menschen die Chance auf eine Ausbildung zu ermöglichen? Dann wenden Sie sich bitte an ihren Ansprechpartner Hakan Cankava!

Mehr zum JOBLINGE-Technikprogramm erfahren Sie auch im überregionalen Teil dieses Newsletters.

Befristete Teilzeitanstellungen und Plätze zur Einstiegsqualifizierung gesucht!

Für unsere Teilnehmer des Programms JOBLINGE Kompass suchen wir Unternehmen, die jungen Geflüchteten die Chance ermöglichen, bis zu ein Jahr befristet angestellt zu arbeiten oder eine Einstiegsqualifizierung mit anschließender Chance auf eine Ausbildung zu ermöglichen. Die Teilnehmer können sich im Deutschen verständlich machen und werden an einem Tag in der Woche weiterhin bei JOBLINGE auf die Anforderungen einer Berufsausbildung in Deutschland vorbereitet.

Sie möchten jungen Geflüchteten die Chance geben, sich in Deutschland schnellstmöglich zu integrieren und auf eigenen Beinen zu stehen? Dann wenden Sie sich bitte an: arnhild.witte @ joblinge.de. Von JOBLINGE erhalten Sie die Unterstützung, die für den Arbeitsmarktzugang von Flüchtlingen notwendig ist!

Alles geregelt?! – ein Videoprojekt

Regeln bekommt man im Praktikums- oder Berufsschulalltag meist vorgesetzt. Auch im Kompass-Programm müssen sich die jungen Geflüchteten an zahlreiche Vorschriften halten. Doch einmal selbst die Regeln diktieren? „Das gibt’s doch nur im Film!“ Richtig, und deshalb haben ein Dutzend Kompass-Teilnehmer kurzerhand selbst einen Film gedreht. Dafür wurden einige von ihnen auserkoren – oder dazu verdammt? – in die Rolle der JOBLINGE-Mitarbeiter zu schlüpfen. Mit mehr oder weniger Geduld lag es dann an ihnen, den übrigen Teilnehmern Grundsätze wie Pünktlichkeit, einander zuhören oder Höflichkeitsformen zu erklären. Ein Teilnehmer wurde beispielsweise von seinem frisch „beförderten“ Kollegen ins Büro zitiert, da er einen Termin und seine damit verbundene Abwesenheit vorab nicht abgeklärt hatte. „Das gibt die gelbe Karte“, stellt "der Chef" nüchtern klar und überreicht ihm eine Abmahnung. Ein anderer vorübergehender JOBLINGE-Mitarbeiter erlebte den Mitarbeiter-Alltag schmerzlich am eigenen Körper. Gefühlte tausend Mal lief er, von der Klingel aufgescheucht, vom Büro zur Tür, um den Teilnehmern zu öffnen. Seine Bitte, doch selbst füreinander die Tür zu öffnen, blieb ungehört. Raus aus dem Film und zurück in ihre gewohnte Rolle wünschen sich die Teilnehmer, dass ihr Film auch die zukünftigen Gruppen über die JOBLINGE-Regeln aufklärt – in vollster pädagogischer Absicht, versteht sich.


DANKE

Zum Jahresende möchten wir all unseren Kooperationspartnern und Unterstützern ganz herzlich danken! Ohne die großartige Zusammenarbeit mit Ihnen wäre die Vielzahl der Projekte und damit auch der Erfolg unserer Arbeit nicht möglich. Wir wünschen Ihnen frohe Weihnachtstage und einen guten Start in das Jahr 2017.