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Spandauer Joblinge im Hamburger Bahnhof

Die Joblinge der gAG Berlin in Spandau hatten im Rahmen ihres Kulturprogramms die exklusive Gelegenheit, hinter die Kulissen des Museums „Hamburger Bahnhof“ zu schauen, das heute zu den weltweit größten Museen für zeitgenössische Kunst zählt. Im Projektworkshop „Von Nagel zu Nagel - von Ort zu Ort“ lernten die Jugendlichen die unterschiedlichen Stationen eines Kunstwerkes sowie die vielfältigen Berufsbilder im Museum kennen. Dabei gelang es den Joblingen mithilfe von Videoübungen, Stopptrickanimationen, kleinen Schauspielübungen sowie filmischen Techniken, sich in unterschiedliche Rollen zu begeben und sich selbst zu erfahren. Der Perspektivwechsel während der Beschäftigung mit Kunst und Arthandling verdeutlichte den Joblingen vor allem, dass es in ihrer Macht steht, sich und ihr Leben anders zu sehen und neu zu bewerten. Der Höhepunkt dieses Projekts war die anschließende Abschlusspräsentation, die am 06. Dezember im „Hamburger Bahnhof“ stattfand. Das Feedback der Teilnehmer über diese kreative Herausforderung fiel sehr positiv aus. Wir möchten uns an dieser Stelle nochmal herzlich bei der Stiftung Berliner Leben bedanken.


EQ HOCH ZWEI – das systematische Unterstützungsangebot für Jugendliche und Unternehmen

EQ HOCH ZWEI baut Brücken zwischen insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen sowie jungen Menschen, die im laufenden Ausbildungsjahr keine Lehrstelle gefunden haben. Die Jugendlichen werden im Rahmen von EQ HOCH ZWEI vorqualifiziert und passgenau in EQ-Plätze dieser Unternehmen vermittelt. Das dahinterstehende Ziel ist der Ausbildungsplatz – idealerweise mit Anrechnung der EQ-Zeit. Die Berliner Wirtschaft, IHK und JOBLINGE arbeiten für dieses Ziel eng zusammen.

Das von der Berliner Wirtschaft finanzierte Projekt der JOBLINGE gAG Berlin unterstützt Jugendliche ohne Ausbildungsplatz, sich in der betrieblichen Praxis zu beweisen und sich ihren Ausbildungsplatz zu „erarbeiten“. Die Jugendlichen nehmen an einem mehrmonatigen Praktikum – der von der Agentur für Arbeit geförderten betrieblichen Einstiegsqualifizierung (EQ) – teil, mit dem Ziel, im Anschluss eine Ausbildung zu beginnen. EQ HOCH ZWEI bietet Unternehmen ein umfassendes Angebot. Dazu gehört eine ausführliche Beratung der Betriebe zur Sicherung des Fachkräftebedarfs, die Rekrutierung und Vorqualifizierung geeigneter Bewerber für EQ-Plätze sowie eine personelle Entlastung der Unternehmen durch die individuelle Begleitung der Jugendlichen während des Praktikums und auch während der Ausbildung.

Im April 2015 gestartet, ziehen wir Mitte des zweiten Projektjahres eine positive Zwischenbilanz: Von den mittlerweile insgesamt 113 projektinteressierten Jugendlichen konnten 78 aufgenommen und bis heute 53 (40 männliche und 13 weibliche) geeignete Kandidaten in die Einstiegsqualifizierung vermittelt werden. Besonders positiv hervorzuheben ist, dass zusätzlich 13 Jugendliche durch das Projekt direkt in eine Ausbildung vermittelt werden konnten, ohne vorher eine Einstiegsqualifizierung durchlaufen zu haben. Dieser Erfolg kann als Zeichen für eine Öffnung neuer Partnerunternehmen für die Zielgruppe der Jugendlichen mit multiplen Vermittlungshemmnissen gewertet werden. Verantwortliche in Unternehmen gaben an, den Jugendlichen diese Chance vor allem auf Basis ihres Vertrauens und den positiven Erfahrungen mit dem Projekt und der damit verbundenen wertvollen Unterstützung zu ermöglichen.

Die angestrebte Vermittlungsquote (Teilnehmer, die nach der EQ in Ausbildung übernommen, direkt in Ausbildung bzw. in Arbeit vermittelt werden) von mindestens 70% der Jugendlichen wurde im ersten Projektjahr mit aktuell 77% vermittelten Jugendlichen übertroffen. Die anvisierte Nachhaltigkeitsquote von 80% an Jugendlichen, die sich sechs Monate nach Beginn der dualen Ausbildung weiterhin in Ausbildung befinden, ist ebenfalls greifbar.

Während der Projektlaufzeit konnten wir eine sehr gute Zusammenarbeit mit vielen Organisationen wie dem Jugendmigrationsdienst, den Berufseinstiegsbegleitern und den Jobcentern aufbauen. Besonders hervorzuheben ist die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Unternehmen. Im Laufe des zweiten Projektjahres lässt sich dies auch an der erhöhten Kooperation mit Franchisepartnern bereits bestehender Partnerunternehmen festmachen, wie bspw. Edeka, Hellweg und den Total Tankstellen. Diese ließen sich durch Weiterempfehlung von Kollegen für eine Einstiegsqualifizierung öffnen. Zur Untermauerung unserer bisherigen Positivbilanz wird am Ende des zweiten Projektjahres eine schriftliche Evaluation der Zufriedenheit mit dem Projekt EQ HOCH ZWEI von Jugendlichen und Unternehmen stattfinden.

Hinsichtlich einer Öffnung des Projektes für Flüchtlinge konnten bereits wichtige Weichen gestellt werden. Zur Rekrutierung der Geflüchteten haben bereits folgende Organisationen ihre Absicht erklärt, mit uns zusammen zu arbeiten: bridge - Berliner Netzwerk für Bleiberecht, Start with a friend e.V., XENION - Projekt PARCOURS PLUS - Wegbegleitung für junge Flüchtlinge, workeer, migranthire. Außerdem gibt es Zusagen von Unternehmen, die wir für EQ-Plätze gewinnen konnten, diese auch für die Zielgruppe Flüchtlinge anzubieten. Es gibt also noch einiges zu tun…

Projektwoche „Veränderung – so sieht unser Berlin der Zukunft aus!“ - Stadtentwicklung mit Minecraft

Jeder, der den Berliner Alexanderplatz kennt, wird sicher mit der Teilnehmerin der aktuellen Joblinge-Gruppe des Standortes Pankow einer Meinung sein:

"Ich und meine Mitschüler finden, dass es ein sehr hässlicher Ort ist. Er ist so grau. Da ist einfach nicht viel, wo man etwas machen kann. Es ist einfach kein schöner Ort, um sich aufzuhalten."

Nun ist aber Stadtentwicklung eine vor allem politische Frage und gerade junge Menschen wurden bisher wenig eingebunden. Die Technologie Stiftung Berlin möchte dies, mit ihrer offenen Stadtlandschaft für das beliebte Computerspiel Minecraft versuchen zu verändern. Mit den Partnern der Software-Firma con terra wurde eine Minecraft-Karte der Berliner Innenstadt erstellt, die für jedermann zugänglich ist - und die Pankower-Teilnehmenden konnten dort ihre Version des neuen Alexanderplatz gestalten.

Das weltweit über 100 Millionen Mal verkaufte Spiel, ist auf Grund des einfachen aber dennoch sehr kreativen Spielprinzips sehr gut geeignet, die Zielgruppe anzusprechen und schnelle Ergebnisse zu ermöglichen. Die gesamte Welt besteht aus einzelnen verschiedenartigen Blöcken, mit denen die Spielerinnen und Spieler gemeinsam Gebäude oder ganze Städte erbauen können.

Am Anfang der Projektwoche stand die Analyse. Ein Filmteam der Teilnehmenden hat Passanten befragt und ihre Begegnungen festgehalten, sodass auch die anderen von den Erkundungen profitieren konnten. Auch standen Experten aus dem Bereich der Stadt- und Landschaftsplanung der Gruppe Rede und Antwort. In berlinweiten Entdeckungstouren wurden positive Beispiele gesammelt. So konnten sich die Teilnehmenden ein umfassendes Bild machen, gingen gemeinsam ans Werk, ließen ihre Fantasie spielen und gestalteten den Alexanderplatz um.

"Wir haben es viel grüner gemacht, mehr Freizeitaktivitäten… Es ist jetzt viel schöner sich dort aufzuhalten, weil es viel schöner aussieht."

Die Ergebnisse der Projektwoche wurde in den Räumen der Technologie Stiftung der Öffentlichkeit vorgestellt. Dort konnten die Gäste, neben der filmischen Dokumentation, auch mit Hilfe einer Virtuell-Reality-Brille selbst in die neue Welt eintauchen und sich die wunderbaren Ergebnisse direkt anschauen.