News Dachorganisation

Das JOBLINGE-Jahr 2015

„Heute bin ich stolz auf mich und meine Ausbildung.“ Als einer der ersten Teilnehmer am neuen Standort Darmstadt hat Sebastian es geschafft. Seit September 2015 absolviert er erfolgreich seine Wunschausbildung zum Hotelfachmann. „Dabei war ich am Anfang eher skeptisch, als ich zu JOBLINGE kam. Das liegt glaube ich an meiner Vergangenheit, dass ich eigentlich niemandem richtig vertraue. Aber mit den Mitarbeitern und meinem Mentor war es wirklich gut, dass man nochmal außenstehende, neutrale Personen hat. Sie haben mir geholfen, auch meine Stärken zu sehen.“
Ebenso wie für Sebastian war 2015 auch für JOBLINGE ein besonderes Jahr. Mit vier neuen Standorten ist die Initiative stärker gewachsen als je zuvor. Über das Modell der Filialisierung eröffneten neben Darmstadt (im Mai 2015 als fünfter Standort der Joblinge gAG FrankfurtRheinMain) mit Friedrichshain-Kreuzberg ein zweiter Standort in der Hauptstadt (im Juni 2015, gAG Berlin), mit Recklinghausen ein dritter Standort im Ruhrgebiet (im Oktober 2015, gAG Ruhr) und mit Halle (Saale) ein zweiter Standort der gAG Leipzig (November 2015). An den nun sechszehn Standorten konnte JOBLINGE allein in diesem Jahr 982 Teilnehmer aufnehmen, unterstützt von 93 Mitarbeitern an den Standorten und der Dachorganisation. Die Vermittlungsquote konnte mit 77 Prozent im Jahr 2015 (und damit durchschnittlich 71 Prozent seit Start der Initiative) nochmals gesteigert werden.

Ohne den großen ehrenamtlichen Einsatz, aber vor allem auch die finanzielle Unterstützung jedes einzelnen Förderers und Spenders wären diese Erfolge für die Jugendlichen nicht denkbar. In 2015 bildeten € 3,5 Millionen öffentliche Förderung und € 2,4 Millionen private Spenden das Fundament, auf das JOBLINGE bauen konnte.
Die Sicherung der Finanzierung gehört zu den größten Herausforderungen für JOBLINGE. Mit dem Wachstum und der steten inhaltlichen Weiterentwicklung, von neuen Programmelementen wie dem Kultur- und Sportprogramm bis hin zur Adaption für junge Flüchtlinge, wächst der Bedarf an Mitteln. Insbesondere für die Finanzierung des laufenden Programms, der Personalkosten und der Bereitstellung professioneller Strukturen ist die Spenderbasis existentiell. Daher möchten wir uns an dieser Stelle insbesondere bei den Initiatoren sowie den Premiumpartnern der Initiative bedanken, die durch ihre langjährige Förderung die Entwicklung, Planbarkeit und Nachhaltigkeit der Initiative sichern.

The Boston Consulting Group - Initiator und bundesweite Steuerung
Eberhard von Kuenheim Stiftung der BMW AG - Initiator

Apax
Berliner Sparkasse / Stiftung Berliner Sparkasse
BMW Group / BMW Financial Services
Commerzbank
Hogan Lovells
HypoVereinsbank / UniCredit Foundation
Initiativkreis Ruhr
KPMG
Peek & Cloppenburg
Philip Morris
Porsche
RAG Stiftung

Wir freuen uns sehr darüber, dass einige dieser Partner ihr Engagement für JOBLINGE auch für die nächsten Jahre fest zugesagt haben. Zudem freuen wir uns über die wertvolle Unterstützung von vier neuen Premiumpartnern:

Brost Stiftung
CMS Hasche Sigle
JPMorgan Chase Foundation
REWE Group

JOBLINGE für Flüchtlinge - Bundesweiter Rollout in 2016

Junge Flüchtlinge so früh wie möglich zu qualifizieren und in den Arbeitsmarkt zu integrieren, das ist das Ziel des neuen Programms JOBLINGE für Flüchtlinge. In den letzten Monaten hat ein Team aus den Standorten und der Dachorganisation intensiv an dem Konzept gearbeitet – Anfang 2016 werden die ersten Teilnehmer in das Programm starten.

Ulrike Garanin und Kadim Tas, Vorstände der JOBLINGE-Dachorganisation, über Details und Planung der JOBLINGE-Flüchtlingsinitiative.

Warum hat sich JOBLINGE entschieden, das Angebot zu erweitern und ein Programm für Flüchtlinge aufzusetzen?

Ulrike Garanin: Bereits in den letzten Monaten haben uns viele Anfragen erreicht, wie man JOBLINGE auf andere Zielgruppen oder andere Regionen – allen voran Südeuropa – übertragen kann. Diese Fragestellungen waren in den letzten Monaten schon weit oben auf unserer Agenda. Im Sommer 2015 haben wir es dann ganz nach oben geholt und einen klaren Fokus gesetzt: angesichts der Ereignisse und der humanitären Katastrophe von Millionen Menschen auf der Flucht, haben wir uns als Initiative entschieden, „JOBLINGE für Flüchtlinge" zu entwickeln. Es ist überwältigend zu sehen, wie viele Menschen in Deutschland helfen und wie die Erstaufnahme, -unterbringung und -versorgung durch lokale Helferstrukturen ermöglicht werden. Was jedoch bisher Mangelware ist, sind funktionierende Ansätze, um den Flüchtlingen – und der aufnehmenden Gesellschaft – eine Anschlussperspektive zu geben: die Integration in Arbeit – und idealerweise die Qualifikation zu zukünftig dringend benötigten Fachkräften. Genau dafür steht JOBLINGE und hier wollen wir unsere Expertise einbringen.

Wie genau sieht das neue Programm aus? An wen richtet es sich?

Kadim Tas: Um junge Flüchtlinge zu unterstützen, verfolgen wir mit JOBLINGE zwei Stoßrichtungen. Zum einen möchten wir für die jungen Menschen, die schon länger in Deutschland sind, verstärkt Plätze im „klassischen“ JOBLINGE-Programm anbieten. Schon heute haben wir an einigen Standorten bis zu 10 Prozent der Teilnehmer, die oft schon seit zwei oder drei Jahren in Deutschland sind, einen Aufenthaltsstatus und erste Sprachkenntnisse haben und am regulären Programm teilnehmen. Zum anderen haben wir mit einem ehrenamtlichen Team aus den Standorten und der JOBLINGE-Dachorganisation an dem Ansatz gearbeitet, wie wir jungen Flüchtlingen so bald wie möglich nach ihrer Ankunft in Deutschland helfen können, den Weg in Arbeit – und im zweiten Schritt auch in Ausbildung – zu gehen. Das Angebot richtet sich an junge Flüchtlinge zwischen 18 und 25 Jahren, die zahlenmäßig größte Gruppe der Ankommenden, für die es bisher jedoch wenige Angebote gibt. Dabei möchten wir gezielt junge Menschen mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit und mittlerer Qualifikation unterstützen. Das Programm selbst baut auf den Erfolgsfaktoren des bestehenden Konzepts auf, der individuellen und professionellen Unterstützung, dem zielgerichteten und begleiteten Ehrenamt sowie der engen Einbindung der Unternehmen für die praxisnahe Qualifizierung. Ergänzt werden Elemente für den spezifischen Bedarf der Zielgruppe, aber auch der engagierten Ehrenamtlichen und einstellenden Unternehmen. Besonders entscheidend sind hier Sprachqualifikation und interkulturelle Formate.

Wann und wo startet JOBLINGE für Flüchtlinge?


Kadim Tas: Anfang 2016 werden am Standort München die ersten Teilnehmer in das Programm starten. Für den Piloten sind drei Gruppen mit je 20 Teilnehmern geplant. Parallel wird die Ausweitung des Programms auf die anderen bundesweiten JOBLINGE-Standorte vorbereitet. Aktuell haben wir für die überregionale Projektkoordination sowie die Umsetzung in der gAG München Stellen ausgeschrieben, denn sowohl mit Blick auf die räumlichen als auch personellen Kapazitäten werden wir unsere Teams für das Programm erweitern müssen.

Wie ist das Programm innerhalb der Initiative verankert?

Ulrike Garanin: Um die vorhandenen Netzwerke ideal zu nutzen, wird JOBLINGE für Flüchtlinge eng in die bestehenden Strukturen integriert, d.h. unter dem Dach einer gAG und ihrer Leitung, mit einer gemeinsamen Koordination der Kontakte zur öffentlichen Hand, zu den Unternehmen und den Institutionen aus Kultur und Sport. Ganz wichtig ist uns, dass unser Angebot für Flüchtlinge das klassische JOBLINGE-Programm nicht etwa schwächt oder in den Hintergrund geraten lässt – ganz im Gegenteil. Dass wir ein Angebot für Flüchtlinge entwickeln können, ist ohne den Erfolg des eigentlichen Programms nicht denkbar. Und die Integration der „klassischen" Joblinge ist letztlich auch Voraussetzung für die Integrationsfähigkeit der Gesellschaft. Nach der Pilotphase, in der wir unser Konzept erproben und gegebenenfalls Anpassungen vornehmen werden, kann das Programm als Angebot von allen bestehenden Standorten aufgegriffen werden. Die Netzwerke und Partnerschaften der einzelnen gAGs sind entscheidend, um das Programm vor Ort zu verankern. Zukünftig werden wir an den Standorten, die die Idee umsetzen möchten, ein „klassisches“ JOBLINGE-Programm und ein speziell an die Bedürfnisse der jungen Flüchtlinge angepasstes Programm für diese Zielgruppe haben.

Eine letzte Frage, wie wird JOBLINGE für Flüchtlinge finanziert?

Kadim Tas: Genauso wie das klassische JOBLINGE-Programm erfolgt die Finanzierung in öffentlich-privater Kofinanzierung, sprich durch die öffentliche Hand und durch Spenden. Die Kosten werden sich in einem ähnlichen Rahmen bewegen wie die der klassischen JOBLINGE-Gruppen, obwohl wir von einer längeren Zeit der notwendigen Begleitung ausgehen, um das Ziel der Integration in eine – idealerweise berufsbegleitende – Ausbildung sicherzustellen. Ulrike Garanin: Auch mit JOBLINGE für Flüchtlinge ist unsere Maßgabe, unsere Teilnehmer so gut wie möglich im Hinblick auf die Vermittlung in den Arbeitsmarkt zu unterstützen, aber dabei natürlich so ressourcenschonend wie möglich vorzugehen, um unsere Spendengelder und auch die Mittel der öffentlichen Hand bestmöglich einzusetzen. Wir freuen uns sehr, dass uns bereits bestehende und auch neue Partner ihre Unterstützung, auch finanziell, zugesagt haben. Aber wir brauchen und hoffen auf noch viele weitere Unterstützer, die mit ihrer Förderung, Arbeitsplätzen und ehrenamtlichem Einsatz das Programm und den geplanten Start in 2016 möglich machen!

Relaunch der JOBLINGE-Homepage

Neues Design, verbesserte Navigation und technische Optimierung – seit Mitte Dezember ist die neue JOBLINGE-Seite online! Ob Smartphone, Tablet oder Desktop, im Responsive Design passt sich die Seite an und ist nun auf allen (mobilen) Geräten ideal sichtbar. Auch die Struktur der Seite hat sich mit dem Relaunch der gewachsenen Initiative angepasst: Als Teilnehmer, Unterstützer und Interessierter können Sie direkt die derzeit 16 Standorte und die Stadt in Ihrer Nähe auswählen. Auf einen Blick erfahren Sie mehr über die verschiedenen Möglichkeiten des Engagements, dazu alles Wissenswerte und Hintergründe zur Initiative, vom Konzept über die Entstehung bis zu Strategie und Stimmen.
Neben Social-Media-Verknüpfung und Suchmaschinenoptimierung bietet die Seite ein großes Serviceangebot. So finden Sie in der Mediathek die Veröffentlichungen, Presseecho, Fotos und Videos der Initiative zum Download. Und auch Spenden ist ab jetzt ganz einfach: mit dem neuen Online-Tool und wenigen Klicks unterstützen Sie die Gesamtinitiative, JOBLINGE für Flüchtlinge oder Ihren gewünschten Standort.
Klicken Sie sich durch die neue Seite – wir freuen uns auf Ihren Besuch und Feedback.

JOBLINGE exklusives Thema der Wiesbadener Gespräche

„Gemeinsam gegen Jugendarbeitslosigkeit – Das Erfolgsmodell JOBLINGE“: unter diesem Motto fanden Ende September die 11. Wiesbadener Gespräche zur Sozialpolitik statt.

Etwa 200 Gäste kamen in der großartigen Atmosphäre des Wiesbadener Kurhauses zusammen, um Hintergründe zur Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland und dem wirksamen Ansatz der Initiative JOBLINGE zu erfahren – von Rednern wie Hessens Sozialminister Stefan Grüttner, Wiesbadens Oberbürgermeister Sven Gerich, dem Vorstandsvorsitzenden der HessenChemie und Gastgeber Hartmut Erlinghagen, Dr. Frank Martin (Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Hessen, Bundesagentur für Arbeit), JOBLINGE-Vorstand Ulrike Garanin und Dr. Oliver Dany (Partner der Boston Consulting Group und ehrenamtlicher Vorstand der Joblinge gAG FrankfurtRheinMain). Über JOBLINGE in der Praxis und die sektorübergreifende Zusammenarbeit diskutierten Dr. Matthias Schulze-Böing (MainArbeit), Ralf Hempel (WISAG), Christoph Obladen (Heraeus), Kadim Tas (operativer Vorstand JOBLINGE) sowie Mentor René Siebert (VR Leasing) und die ehemalige Teilnehmerin Melina Köhler. Egal ob das Problem Jugendarbeitslosigkeit aus volkwirtschaftlichem, unternehmerischem oder sozialem Blickwinkel betrachtet wurde, eines stand für alle Referenten und Gäste im Fokus: „Jeder einzelne junge Mensch ist es wert, in ihn und seine Zukunft zu investieren.“ Den direkten Beweis lieferten die aktuellen Joblinge, die nach nur zwei Tagen Theater-Workshop eine perfekte, tiefgründige Performance auf die Bühne brachten!

Begleitend zu den Wiesbadener Gesprächen erschien im F.A.Z.-Verlag der Tagungsband über das „Erfolgsmodell JOBLINGE“, mit einem Grußwort von Angela Merkel und Beiträgen namhafter Autoren aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, u.a. von Heinrich Alt (ehem. Vorstand der Bundesagentur für Arbeit), Aydan Özogus (Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration), Thomas Mann (Mitglied des Europäischen Parlaments) und natürlich zahlreichen Einblicken in die Initiative JOBLINGE, Geschichten von Joblingen und Erfahrungsberichten von Partnern (z.B. Commerzbank, Naspa, Lufthansa). Bestellen können Sie den Tagungsband u.a. beim F.A.Z.-Verlag

Vielen Dank an alle Autoren, Referenten, Moderator Dr. Norbert Lehmann, das Improvisationstheater „Für Garderobe keine Haftung“ und insbesondere alle Unterstützer seitens HessenChemie für die Ermöglichung und Ausrichtung der Veranstaltung! Ein Dank auch an den F.A.Z.-Verlag, der einen Teil des Erlöses an JOBLINGE spendet!

Internes Highlight: Die Herbsttagung 2015 in Leipzig

Jubiläum und Premiere zugleich: Im November 2015 fand bereits die fünfte Herbsttagung der Initiative JOBLINGE statt, bei der alle Mitarbeiter der JOBLINGE-Standorte und der Dachorganisation zusammenkamen. Dabei war die Tagung erstmals nicht in München statt, sondern wurde vom Team der Joblinge gAG Leipzig ausgerichtet.

Die beiden Tage wurden intensiv genutzt, um nicht nur auf Erreichtes zurückzublicken, sondern auch gemeinsam den Blick nach vorne zu richten. Vom Wachstum der Initiative bis zum Programm JOBLINGE für Flüchtlinge, zahlreiche Themen wurden vertieft diskutiert und vorangebracht. Zwischen den einzelnen Standorten fand reger Austausch von Best Practices statt. Ebenfalls vorgestellt wurden in diesem Rahmen die internen Expertinnen und Experten, die ihr Wissen in einem spezifischen Bereich für die Gesamtinitiative nutzbar machen.
Neben den arbeitsintensiven Stunden durfte eine Stadtführung durch das historische Leipzig mit Besuch des Ratskellers nicht fehlen.

Herzlichen Dank an die Kolleginnen und Kollegen aus Leipzig für ihre intensive Vorbereitung und perfekte Organisation der Herbsttagung 2015 sowie an die Handwerkskammer zu Leipzig für die Bereitstellung der Räumlichkeiten!