JOBLINGE wirkt. Wie genau? Was sagen Teilnehmer, Mentoren und Unternehmen? Einblicke aus erster Hand gibt es hier.

15 bis 20 Teilnehmer, sechs Monate Programmdauer, ein starkes Netzwerk, ein gemeinsames Ziel: Ausbildung, Abschluss, Anstellung. Um dies zu erreichen, verbindet das Konzept bei JOBLINGE alle Sektoren. Der Grundgedanke für das Engagement – jeder gibt, jeder gewinnt.

Win-win-Situation für alle. Erfahren Sie hier mehr über die Wirkung aus Sicht der Joblinge, Mentoren, Unternehmen und öffentlichen Hand. Auch volkswirtschaftlich gesehen zeigt JOBLINGE Wirkung.

Die Teilnehmer:
Die relevantesten und greifbarsten Indikatoren für die Wirkung der JOBLINGE-Initiative sind wohl die Vermittlungs- und Nachhaltigkeitsquoten. Schwieriger greifbar, aber am wichtigsten ist der persönliche Erfolg eines jeden einzelnen Joblings, der den Sprung ins Arbeitsleben und damit in die Gesellschaft geschafft hat. Auf die Frage, was sich am meisten für ihn verändert habe, antwortete einer der ersten Teilnehmer des JOBLINGE-Programms: „Ich bin stolz darauf, dass ich nun Steuern zahlen darf.“ Ausbildung und Arbeit sind nicht nur die Grundlage für ein unabhängiges, selbstbestimmtes Leben, sondern sie ermöglichen Teilhabe. Immer wieder zeigen Teilnehmer stolz ihre erste Gehaltsabrechnung vor – sie sind vom Hilfsempfänger zum Beitragszahler und damit zum aktiven Mitglied der Gesellschaft geworden. Alle jungen Menschen, die oft mit den denkbar ungünstigsten Startvoraussetzungen zu JOBLINGE kamen und durchgehalten haben, haben einen beeindruckenden Willen gezeigt und eine große persönliche Leistung vollbracht.

Mentoren:
Auch für die ehrenamtlichen Mentoren ergibt sich aus dem eigenen Engagement große Wirkung. Viele Mentoren haben bereits mehrere junge Menschen begleitet und berichten, dass sie selbst in hohem Maße von ihrem Mentee lernen und sich durch die Persönlichkeit und Geschichte des Jugendlichen vertieft auch mit der eigenen Biografie beschäftigen. Viele Unternehmen haben das JOBLINGE-Mentoring auch in die eigenen Personal- und Führungskräfteprogramme aufgenommen. „Die Aufgabe ist es, sich auf den Menschen einzulassen und sich als Wegbegleiter zu begreifen“, fasst Mentorin Stephanie Melzig, REWE Group, ihre Erfahrungen zusammen. „Der Mentor ist vor allem dazu da, den Jobling in dem, was er tut, zu bestärken und bei Rückschlägen wieder aufzubauen. Manche Jugendlichen haben eine Geschichte mit vielen Misserfolgen und ein entsprechend schwach ausgeprägtes Selbstbewusstsein. Sie befürchten, immer wieder zu versagen. Hier ist die Aufgabe des Mentors, sie immer wieder aufzurichten. Andere wiederum haben eine sehr niedrige Frustrationsschwelle und geben schnell auf, wenn ein Tag mal nicht so gut verläuft. Dann heißt es, den Jobling zu ermuntern, weiterzumachen.“ Mit dieser Unterstützung, aber aus eigener Kraft schaffen die Jugendlichen eine 180-Grad-Wendung. Die hauptamtlichen Mitarbeiter bereiten die Jugendlichen intensiv und individuell auf das Berufsleben vor und leisten Hilfestellung beim Umgang mit häufig tiefliegenden Erlebnissen; die Mentoren sind Vorbild und wichtige Orientierung für das Leben und für Werte, die viele der Jugendlichen von zu Hause nicht kennen und die auf die Frage nach Wünschen für die Zukunft immer wieder genannt werden: feste Strukturen, ein geregelter Arbeitstag, eine eigene Wohnung, Familie und Kinder.

Partnerunternehmen:
Unternehmensengagement bei JOBLINGE ist vielfältig: von Praktikums- und Ausbildungsplätzen für Joblinge über Mentoring, finanzielles Engagement, Mitgliedschaft in den Gremien bis hin zu Workshops, Trainings für Mitarbeiter oder anderer spezieller Beratung auf Pro-bono-Basis. Ausbildende Unternehmen finden durch JOBLINGE zudem neue Mitarbeiter und wirken mit dem Ausbildungsplatzangebot für Joblinge ihrem Fachkräftemangel entgegen. Außerdem öffnen die Unternehmen sich für neue Zielgruppen und geben jungen Menschen Chancen jenseits formaler Anforderungen. Gerade kleinere Betriebe schätzen auch die Unterstützung durch JOBLINGE-Mitarbeiter während der kompletten Ausbildungsdauer, manche können erst dank dieser Unterstützung erstmals oder wieder Ausbildungsplätze bereitstellen.

„Wir schätzen es sehr, dass JOBLINGE die Jugendlichen, aber auch uns als Partnerunternehmen so gut kennt, dass Stärken und Stellenprofile bestens zueinander passen. Die angehenden Auszubildenden werden bei JOBLINGE auch bestmöglich auf ihren neuen Lebensabschnitt vorbereitet. Eine ehemalige Teilnehmerin von JOBLINGE ist nun eine der besten Auszubildenden bei uns. Sie ist eine Bereicherung für unsere Firma und auch unsere Kundschaft.“ Christian Jordan, Betriebsleiter bei WISAG Sicherheit & Service Nordwest GmbH & Co. KG

Öffentliche Hand:
Im JOBLINGE-Netzwerk spielt die öffentliche Hand als Akteur eine wichtige Rolle. Die lokalen Agenturen für Arbeit und die Jobcenter treten nicht nur als Förderer in Erscheinung, sondern leiten auch die Teilnehmer in das Programm zu.

„Das Geheimrezept der JOBLINGE ist in der Tat das Netzwerk. Aber auch die starke persönliche Betreuung durch die Mitarbeiter und Mentoren. So kann JOBLINGE die Berufswünsche dann auch verwirklichen. Und das ist auch das, was wir uns wünschen: Gemeinsam noch mehr Jugendliche in den Arbeitsmarkt und damit in die Gesellschaft zu integrieren.“ Claudia Czernohorsky-Grüneberg, Geschäftsführerin des Jobcenters Frankfurt am Main

Gesamtgesellschaftlich:
Nicht nur aus betriebswirtschaftlicher, sondern auch aus volkswirtschaftlicher Sicht ergeben sich durch das JOBLINGE- Programm signifikant positive Effekte. Durch die überdurchschnittlich hohe Nachhaltigkeit der Vermittlung im JOBLINGE-Programm wird die öffentliche Hand deutlich und langfristig entlastet: Die Gesamteinsparungen nach zehn Jahren betragen knapp 140.000 Euro für jeden nachhaltig vermittelten Jobling. Das haben Berechnungen des Arbeitgeberverbands HessenChemie ergeben.

Auch die Teilnehmer sind gefordert, jede Menge zu geben. Die Erwartungen im JOBLINGE-Programm sind hoch. Denn das heißt, alle Beteiligten trauen den Teilnehmern sehr viel zu. Mehr, als sie sich oft selbst zutrauen. Arbeit auf Augenhöhe und die Teilnehmer zu bestärken, immer wieder die eigenen Grenzen zu überschreiten, diese Haltung zieht sich durch das gesamte JOBLINGE-Programm. Von der gemeinnützigen Projektarbeit über die Orientierungs- und Praxisphase bis zur Begleitung während der ganzen Ausbildungsdauer. Was genau die einzelnen Phasen bewirken und welche Entwicklungen sie bei den Teilnehmern anstoßen, das kann niemand besser erklären als die Mitarbeiter an den JOBLINGE-Standorten.

Die ausführliche spannende Beschreibung aus der Praxis lesen Sie im neuen Jahresbericht ab Seite 28. Genauso wie die Details zum Kompass-Programm, das auf den bewährten Elementen aufbaut, dazu aber noch intensive, berufsspezifische Sprachqualifizierung und interkulturelle Sensibilisierung beinhaltet.