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Tägliche Detektivarbeit

10.03.2021 | gAG Hanse

Er war der erste Kompass-Teilnehmer bei JOBLINGE in Hamburg. Heute ist Abdullah Alasfar ausgelernter Anlagenmechaniker. Hier erzählt er seine Geschichte.

„Vor sechs Jahren kam ich aus Syrien nach Deutschland, da war ich 20 Jahre alt. In Syrien habe ich als Fliesenleger gearbeitet. Das ist dort aber keine anerkannte Ausbildung, man wird es einfach durch viel Praxis und Zuschauen. Daher hatte ich keine Zeugnisse, die ich in Deutschland brauchte, um hier als Fliesenleger zu arbeiten. Was sollte ich also stattdessen machen?

Über das Jobcenter kam ich zu JOBLINGE ins Programm in Hamburg. Sie haben mich sehr dabei unterstützt, einen passenden Ausbildungsplatz zu finden. Durch Praktika konnte ich verschiedene Berufe kurz ausprobieren. Und mein Deutsch hat sich in den sechs Monaten bei JOBLINGE sehr verbessert!

„Ich habe sofort gemerkt: Das liegt mir!“

Zuerst machte ich ein Praktikum im Beruf Kfz-Mechatroniker. In den drei Wochen Praktikum habe ich aber gemerkt: Das macht mir keinen Spaß, jeden Tag in der gleichen Werkstatt – das war mir zu langweilig. Ich war es gewohnt, als Fliesenleger alle drei Tage an verschiedenen Orten zu arbeiten und viel Kontakt zu Menschen zu haben. Dann das Praktikum als Anlagenmechaniker. Hier habe ich sofort gemerkt: Das liegt mir, das macht mir Spaß! Zusammen mit meiner Erfahrung als Fliesenleger wäre das die perfekte Kombination: Ich könnte ein Bad umbauen, Heizung und Wasser installieren – und abschließend fliesen.

Vor Kurzem habe ich nun meine Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär, Heizung und Klimatechnik in Hamburg erfolgreich abgeschlossen. Rückblickend habe ich manchmal ganz schön gekämpft: Die Berufsschule und die Praxis waren richtig hart. Im ersten Lehrjahr habe ich in der Berufsschule nur 50 Prozent verstanden, mein Deutsch war einfach noch nicht gut genug! Zu Hause musste ich dann viel nachholen und übersetzen. Mein Mentor von JOBLINGE hat mich dabei immer unterstützt. Er hat mich oft gefragt „Bist du zufrieden? Wirst du gut behandelt?“. Das war ich! Und mein Chef war auch eine große Unterstützung.

Tägliche Detektivarbeit

Als ich dann nach dreieinhalb Jahren meinen Gesellenbrief in der Hand hielt, war das ein tolles Gefühl. Ich war sehr stolz auf mich! Und habe meinem Mentor gleich ein Foto davon geschickt.

Ich mag meinen Beruf sehr, weil ich so viele verschiedene Sachen machen kann: Ich arbeite mit Gas, Wasser, Heizung, Lüftung oder Klimaanlage. Heizung macht mir am meisten Spaß: Sie zu reparieren oder Störungen beheben bei großen Heizungsanlagen – das ist wie Detektivarbeit! Was ich in der Zukunft noch machen möchte? Ich will mich weiterbilden in Richtung Heizung und Gas – und irgendwann meinen Meister oder Techniker machen.“

Abdullah Alasfar