Projektpräsentation: Kultur macht Mut!

Wer hätte gedacht, dass bühnenreifes Tanzen, Fotografieren und Songwriting nicht nur was für Profis sind? Die rund 30 Kompass-Teilnehmer, die am 22. September mit ihren Projektpräsentationen den Abend gestalteten, bestimmt nicht. Denn für die meisten von ihnen waren nicht nur die besagten kulturellen Ausdrucksformen Neuland, sondern auch die deutsche Sprache. Wie schreibt man Songs in einer Sprache, die mehr als einen grammatikalischen Stolperstein birgt? Die Teilnehmer aus Syrien, Irak, Afghanistan und Eritrea ließen sich davon nicht entmutigen und widmeten sich eifrig den Themen Freiheit, Liebe, Respekt und den Stolpersteinen des Lebens. Heraus kamen Musikstücke, zwar vorgetragen mit so manch schiefem Ton, aber mit viel Herz.

„Typisch Deutsch“ lautete das Thema des Fotoprojekts. Vor versammeltem Publikum erklärten die Fotografie-Neulinge, was sie zum Drücken des Auslösers bewegt hatte. „Die Deutschen lesen immer und überall Zeitung“, lautete ein Bildkommentar, ein anderes Foto zeigte einen Teilnehmer, der ein Putzresultat mit Lupe überprüft. Typisch Deutsch sei auch, dass die verschiedenen Religionen so friedlich nebeneinander lebten, so die Teilnehmer.

Zwar blieb das freie Sprechen vor Publikum der dritten Projektgruppe erspart, dafür zeigte sie vollen Körpereinsatz: Unter der Leitung des renommierten Tanzpädagogen Alan Brooks präsentierten 18 Teilnehmer eine 15 minütige Tanzperformance, einstudiert in nur fünf Tagen. Teilweise unterlegt mit dramatischer Musik, war das Ergebnis ebenso mitreißend wie hypnotisierend. Bei allen Projekten bewiesen die Teilnehmer viel Einsatz und Mut – wichtige Eigenschaften für ihren Weg in Arbeit und Ausbildung.

Ein besonders großer Dank geht hier an das mpz, die Schöpflin-Stiftung, das Wertebündnis Bayern und alle weiteren Unterstützer und Förderer.