Jugendliche beim Berufseinstieg unterstützen: mit Sport und in ungewöhnlicher Kooperation

Das Programm „SouveränPlus“ setzt Sport gezielt ein, um soziale und mentale Kompetenzen bei jungen Menschen zu fördern. Über das besondere Training und die beiden Kooperationspartner RheinFlanke und JOBLINGE.

„Es ist wichtig nicht aufzugeben, auch wenn es manchmal schwer ist, über die eigenen Grenzen zu gehen“. Zwei intensive Stunden auf dem Fußballplatz haben Felix, Iman, Hava und die anderen Teilnehmenden von JOBLINGE Berlin hinter sich. Jetzt sitzen sie an einem kühlen Morgen im Mai ausgepowert in den Räumen von JOBLINGE in Berlin-Schöneberg und diskutieren mit den Trainer*innen von RheinFlanke über das, was sie auf dem Rasen erlebt haben.
 

Was von außen wie ein lockeres Fußballtraining am Morgen aussieht, ist näher betrachtet ein sportbasiertes Kompetenztraining: entwickelt vom Jugendhilfeträger RheinFlanke. Bei „SouveränPlus“ geht es für die Teilnehmenden raus auf den Rasen: Ob durchhalten, sich entscheiden oder stressresistent sein – methodische Übungen beim Fußballspiel sensibilisieren die Jugendlichen für die Herausforderungen, die in Ausbildung und Beruf auf sie warten.
 

„Soziale Kompetenzen und mentale Stärke zahlen sich nicht nur auf dem Sportplatz aus, sondern auch im Berufsleben“, sagt RheinFlanke-Projektleiter Younis Kamil. Bei SouveränPlus trainieren die Jugendlichen soziale, emotionale und mentale Kompetenzen – um die Teilnehmenden „souveräner“ im Umgang mit derartigen Herausforderungen zu machen.
 

Eine ideale Ergänzung
 

Mit JOBLINGE und RheinFlanke haben sich dafür zwei etablierte Organisationen zusammengeschlossen, die ein gemeinsames Ziel haben: benachteiligte junge Menschen in ihrem Berufseinstieg zu unterstützen. „Unser Angebot ist eine ideale Ergänzung zum JOBLINGE-Konzept“, erklärt Kamil. Nachdem SouveränPlus bei JOBLINGE Klassik in Köln Anfang 2017 sehr gut gestartet ist, wollten sie die Zusammenarbeit noch auf andere Standorte ausweiten. „RheinFlanke ist ein idealer Kooperationspartner, da sie langjährige Erfahrungen mit der gleichen Zielgruppe haben“, ergänzt Phillip Koller, verantwortlich für das JOBLINGE-Sportprogramm in Berlin.
 

2018 ging es in Berlin an drei JOBLINGE-Standorten los. Mittlerweile setzt RheinFlanke SouveränPlus auch bei JOBLINGE in Hamburg, Köln und Troisdorf um – vielleicht kommen bald mehr Standorte hinzu. In Berlin koordinieren Kamil und Koller die Zusammenarbeit – und stellen sicher, dass die Qualität stimmt. „Inhaltlich vertrauen wir ganz dem Rheinflanke-Team in Berlin“, erklärt Koller die Arbeitsteilung und fügt hinzu: „Die operative Umsetzung erfolgt in enger Absprache zwischen den Trainer:innen und den JOBLINGE-Kolleg:innen an den jeweiligen Standorten.“
 

Enge Absprachen sind wichtig
 

Und die Herausforderungen? „Finanzierung!“, sagt Koller, denn das Sportprogramm kann nicht aus dem bestehenden JOBLINGE-Budget finanziert werden. Das Geld für die Pilotphase kam von einem Partnerunternehmen – in der Kooperationsvereinbarung wurde die Finanzierung der Trainings von RheinFlanke schriftlich festgehalten. „Für die laufende Umsetzung haben wir bislang keine vertragliche Vereinbarung“, sagt Koller.
 

Und die Herausforderungen bei RheinFlanke? „Wir brauchen eine gute Auslastung für unsere Trainer*innen – bei geringer Auftragslage kann man die guten nicht lange halten“, erklärt Kamil. Die wichtigste Erkenntnis aus der bisherigen Zusammenarbeit für ihn: „Enge Absprachen untereinander sind wichtig, damit die jeweiligen Erwartungen erfüllt werden. Sowohl die Wünsche der Teilnehmenden, als auch die der Auftraggeber – dementsprechend passen wir die Workshops den einzelnen Gruppen an.“ Spannend findet er, wie unterschiedlich seine Trainer*innen durch ihre persönliche Note das SouveränPlus-Konzept prägen. „Das beeindruckt mich sehr!“
 

Am Ball bleiben
 

Wie kann ich mein Ziel, eine Ausbildung zu finden – und abzuschließen – durchhalten? An diesem wolkenverhangenen Morgen ging es für die Jugendlichen auf dem Berliner Spielfeld um Durchhaltevermögen – eine Kompetenz, die für den Erfolg beim Fußballspiel ebenso wichtig ist wie abseits des Rasens.
 

„Wie oft musst du ins Fitnessstudio gehen, bis sich Erfolge zeigen? Einmal? Zweimal? Öfter! Du musst vor allem regelmäßig gehen und dranbleiben. Nur so wirst du eine Veränderung an deinem Körper sehen. Ihr müsst euch ein realistisches Ziel setzen, Zwischenziele erleichtern das Vorankommen“, erklären die Trainer:innen den Jugendlichen. Ebenso wie beim Kicken müsse man sich dazu anstrengen – und sprichwörtlich „am Ball bleiben“. 

 

Der Artikel erschien zuerst auf: opentransfer.de