Ab in die Ausbildung: Hamburger Kompass-Teilnehmer zeigen, was möglich ist

Zum Welttag der humanitären Hilfe am 19. August blicken die Hamburger Kollegen auf ein aufregendes und lehrreiches Jahr JOBLINGE Kompass zurück: So unterschiedlich die Qualifikationen der Teilnehmer sind, so unterschiedlich müssen auch die Vermittlungsschritte sein. Bisherige Schulbildung und Arbeitserfahrungen, Sprachniveau, sozialer Status im Heimatland sowie Fluchtgeschichte – dies ist nur eine kleine Auswahl der Einflussfaktoren auf die Arbeit mit den Teilnehmern und ihren Weg in die Zukunft. Durch die enge Zusammenarbeit sowie den guten Austausch mit der Wirtschaft und der öffentlichen Hand ist es uns gelungen, viele Teilnehmer mit unterschiedlichen Voraussetzungen in Ausbildung oder Arbeit zu vermitteln. Hierfür war es wichtig, sich den zwei größten Herausforderungen – Sprachqualifizierung und Berufsschule – anzunehmen und passende Lösungen zu finden. Und nun geht der Weg weiter: Mit Unterstützung der Ausbildungsbegleitung schaffen die Joblinge sicherlich auch die Ausbildung. 

Mohammad, Abbed, Yazan und Anas aus Syrien haben es geschafft: Nach durchschnittlich zwei Jahren in Deutschland kamen sie zu JOBLINGE und haben jetzt ihren Ausbildungsvertrag in der Tasche. Mohammad hat diverse Praktika als Kfz-Mechatroniker und Anlagenmechaniker gemacht. Letztendlich konnte er aus mehreren Angeboten für eine Ausbildung auswählen und hat sich für die Ausbildung als Anlagenmechaniker (Start 01. September) entschieden. Abbed hatte seinen Traumberuf Zerspanungsmechaniker schon fast aufgegeben. Doch ein vierwöchiges Praktikum hat gereicht, um seinen Ausbildungsbetrieb von seinen Fähigkeiten zu überzeugen. Am 01. August hat er seine Ausbildung begonnen. Yazan hatte die Möglichkeit, ganz unterschiedliche Berufe während eines Praktikums kennenzulernen. In zwölf Wochen war er als Hotelfachmann, dann in einer Kfz-Werkstatt und schließlich im Einzelhandel unterwegs. Schlussendlich war es der Einzelhandel, der Yazan überzeugt hat und seit dem 01. August absolviert er eine Ausbildung als Kaufmann im Einzelhandel. Anas großer Wunsch war es in der IT-Branche in Deutschland Fuß zu fassen. Kein einfaches Ziel, jedoch hat er in einem Praktikum eine Werbeagentur von seinen Fähigkeiten, seiner Motivation und Neugier überzeugt. Seit dem 01. August ist er als Auszubildender Mitglied des IT-Teams der Agentur.

Tigsti, Aman und Mekonen aus Eritrea kamen alle drei mit ähnlichen Voraussetzungen zu JOBLINGE und verlassen das Programm auf ganz unterschiedlichen Wegen: Auf dem Papier hatten sie zwar alle ein B1-Sprachlevel, jedoch waren ihre Deutschkenntnisse in der Praxis noch sehr gering. Dadurch schien das Ziel Ausbildung zunächst in weiter Ferne. Eine zielgerichtete Sprachförderung und eine enge Betreuung der Mentoren hat dazu geführt, dass sich alle drei Teilnehmer sprachlich enorm verbessert haben. Im JOBLINGE Programm konnten alle drei Teilnehmer individuelle Wege in Richtung Ausbildung gehen und somit ihrem Ziel ein großes Stück näher kommen. Tigsti arbeitet nun zunächst in der Gastronomie und qualifiziert sich weiter für eine Ausbildung in der Branche. Aman beginnt am 01. Februar 2018 eine Ausbildung als Anlagenmechaniker und bereitet sich mit seinem Mentor auf die Berufsschule vor. Mekonen beginnt eine Einstiegsqualifizierung als Fachkraft für Lagerlogistik, eine Ausbildung soll dann zeitnah folgen.

Wir wünschen allen Teilnehmern weiterhin viel Erfolg - und danken allen Partnern für die Unterstützung. 

Mohammad, Abbed, Yazan und Anas aus Syrien

Tigsti, Aman und Mekonen aus Eritrea