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"Ein offenes Gespräch kann das Blatt wenden"

25.02.2021 | Überregional gAG Berlin

Im Kurz-Interview spricht Lea Haßkamp, Leitung der Ausbildungsbegleitung der JOBLINGE gAG Berlin, über ihre Rolle als Mittlerin zwischen Auszubildenden und Bertrieb – und warum ein offenes Gespräch über persönliche Krisen oder Unterstützung das Blatt oft zum Positiven wenden kann.
 

Welchen Nutzen haben die Ausbildungsunternehmen von der Ausbildungsbegleitung?
Wir bauen zu unseren Teilnehmenden schon während des Programms eine Bindung auf und sind sensibel für deren Lebenslagen. Für Betriebe ist es oftmals sehr hilfreich, auf unsere Unterstützung als außenstehende Person zurückzugreifen. Denn wir haben einen guten Zugang zu den jungen Menschen und gleichzeitig Verständnis für die betrieblichen Belange. Diese Mittlerinnenfunktion nehme ich sehr gerne ein, weil ich die Wirkung in den vielen Jahren als Ausbildungsbegleiterin deutlich spüren konnte.


Welche Events für Azubis und Unternehmen gibt es?
Für Azubis gibt es mindestens zweimal im Jahr größere Treffen, wie unser Sommerfest, wo wir zusammen kommen und uns ganz allgemein rund um Themen in der Ausbildung austauschen. Darüber hinaus bieten wir Workshops zu bestimmten Themen an. Letztes Jahr fanden bei uns in Berlin zum Beispiel zwei Online-Treffen statt, eines zum Thema Empowerment & Rassismus und eines zum Thema Finanzen.

Für Ausbilder*innen gibt es an vielen Standorten Ausbilder*innentreffs für den allgemeinen Austausch und Workshops zu relevanten Themen. Wir haben zuletzt einen Workshop zum Thema „Zukunft der Ausbildung“ in Berlin angeboten. Aber auch Themen wie Konfliktmanagement, Diversitätssensibilität oder psychische Gesundheit werden behandelt.
 

In welchem Bereich spürst du den größten Einfluss deiner Arbeit?
Positiv in Erinnerung bleiben mir Fälle, wo die Auszubildenden oder auch Ausbildungsbetriebe mich ganz aktiv um Unterstützung oder Vermittlung gebeten haben. Eine Auszubildende habe ich intensiv auf ein Konfliktgespräch mit ihrem Vorgesetzten vorbereitet. Mithilfe der Regeln der gewaltfreien Kommunikation haben wir gemeinsam überlegt, wie sie ihre Belange angemessen vortragen kann. Im Vorfeld hat sie nicht daran geglaubt, dass sie durch Kommunikation etwas erreichen könnte. Das konstruktiv geführte Konfliktgespräch stellte dann jedoch einen positiven Wendepunkt in der Beziehung der Auszubildenden zu ihrem Ausbilder dar.

Es kommt auch vor, dass mich Ausbilder*innen darauf aufmerksam machen, dass etwas nicht stimmt. Sie machen sich Sorgen über vermehrte Fehlzeiten oder eine Stimmungsveränderung bei den Auszubildenden. Ein offenes Gespräch über persönliche Krisen oder Unterstützung bei der Suche nach einer geeigneten Therapie kann das Blatt dann oft zum Positiven wenden.

Lesen Sie hier mehr über die JOBLINGE-Ausbildungsbegleitung: https://www.joblinge.de/expertise/ausbildungsbegleitung