Häufige Fragen ("FAQs")

 

Fragen zur Initiative JOBLINGE

Was ist das Ziel der Joblinge-Initiative?

Ziel ist es, Jugendlichen ohne Ausbildungsplatz oder Arbeitsstelle einen nachhaltigen Anschluss an den Ausbildungs- bzw. Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Innerhalb eines sechsmonatigen Programms werden die Jugendlichen in ihrer Persönlichkeit gestärkt, formulieren ihren Berufs(feld)wunsch, bekommen wichtige soziale und fachliche Kompetenzen vermittelt und bereiten sich auf ihren Berufsstart durch gezielte Praktikumserfahrungen vor.  

An wen richtet sich die Joblinge-Initiative?

Das Programm richtet sich vorrangig an Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 25 Jahren, die nach der Schule noch keinen Anschluss in Ausbildung oder Arbeit gefunden haben.

Welcher Anschluss an den Arbeitsmarkt wird für die Joblinge angestrebt?

In der Regel wird ein Anschluss in eine Ausbildung im gewünschten Zielberufsfeld angestrebt. Alternativ kann auch ein direkter Anschluss in Anstellung Ziel des Programms sein.

Was ist eine „gAG“?

Die Initiative ist auf lokaler Ebene in Form gemeinnütziger Aktiengesellschaften („gAGs“) organisiert. In dieser Rechtsform verbindet sich unternehmerisches Denken mit der Verantwortung für ein gemeinsames soziales Ziel. Die Rahmenbedingungen der gAG gleichen denen herkömmlicher Aktiengesellschaften. Allerdings werden Gewinne in Form finanzieller Überschüsse nicht ausgeschüttet, sondern wiederum für den gemeinnützigen Zweck eingesetzt.

Wer sind die Initiatoren der Joblinge-Initiative?

Die Joblinge-Initiative ging ursprünglich von der Eberhard von Kuenheim Stiftung der BMW AG und der Unternehmensberatung The Boston Consulting Group aus. Die Initiatoren begleiten das Programm nach wie vor eng.

Wie lange dauert das Joblinge-Programm?

Das Joblinge-Programm dauert in der Regel sechs Monate. In Einzelfällen kann von dieser Regel abgewichen werden. An eine sechswöchige Orientierungsphase schließt sich eine sechswöchige Praxisphase (mit einem Qualifizierungspraktikum) und eine elfwöchige Probephase (mit einem Bewerbungspraktikum) an.

Was machen die Joblinge in der Orientierungsphase?

In der Orientierungsphase geht es um die Findung eines geeigneten Berufsfelds für die Jobling und  um das Erfahren eigener Stärken und Schwächen. Zusätzlich arbeiten die Joblinge in kleinen Gruppen an praxisorientierten Projekten und lösen konkrete Aufgaben. Kommunikation, Konfliktverhalten und Organisation werden in der praktischen Projektarbeit trainiert.  

Was machen die Joblinge in der Praxisphase?

In der Praxisphase absolvieren die Joblinge ein Qualifizierungspraktikum bei einem Unternehmen im Zielberufsfeld des Joblings. In dieser Zeit können die Joblinge – unterstützt von ihrem Mentor – erste Berufserfahrungen sammeln, fachliche Grundfertigkeiten erlernen und im Arbeitsalltag wesentliche soziale Kompetenzen unter Beweis stellen. Begleitende Trainings dienen der Verfestigung der erworbenen Fähigkeiten und einer Übersetzung in die Berufswelt.

Was machen die Joblinge in der Probephase?

In der Probephase stellen die Joblinge ihre Stärken im Bewerbungspraktikum bei einem JOBLINGE-Partnerunternehmen unter Beweis. Sind am Ende aus Sicht des Partnerunternehmens und des Joblings die Voraussetzungen für eine weitere Zusammenarbeit gegeben, erhält der Jobling einen Ausbildungs- oder Anstellungsvertrag.

Erhalten die Joblinge am Ende des Programms sicher einen Ausbildungsplatz?

Die Partnerunternehmen der Initiative JOBLINGE halten für jeden Jobling im Bewerbungspraktikum einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz bereit. Erfüllt der Jobling während des Bewerbungspraktikums die vorab in einer Stellenbeschreibung vereinbarten Anforderungen und Übernahmekriterien, dann erhält er den Ausbildungs- oder Anstellungsvertrag am Ende des Bewerbungspraktikums.

Was sind projektorientierte Lerngruppen?

Die Vermittlung der Sozialkompetenzen erfolgt nach dem Konzept des Lernens durch Erfahrung und gestaltet sich somit individuell nach den Anforderungen der Jugendlichen. Die Projektarbeit innerhalb der PoL-Gruppe stellt einen wesentlichen Pfeiler für die Vermittlung der persönlichen, sozialen, methodischen, lebenspraktischen und interkulturellen Kompetenzen dar. Die Besonderheit am Arbeiten in der PoL-Gruppe liegt darin, dass das Wissen nicht theoretisch vermittelt wird, sondern im Transfer auf der Basis des eigenen Handelns. Das bedeutet: Stößt die Gruppe bei einem an sie gestellten Arbeitsauftrag als Team auf Wissensdefizite, werden diese bedarfsorientiert durch die Begleitung (Projektmitarbeiter, Tutor, andere Ehrenamtliche) bearbeitet oder die Jugendlichen suchen selbst nach Input, indem sie das Internet und andere Wissensressourcen nutzen.

Was ist das Sport- und Kulturprogramm?

Ein ergänzendes Kultur- und Sportangebot gibt den Joblingen die Möglichkeit, neue Talente zu entdecken und als Gruppe gestärkt zu werden. Das Sport- und Kulturprogramm umfasst mindestens zwei Stunden pro Woche und ist während der Orientierungs- und der Praxisphase verbindlich.

Erhalten die Joblinge Nachhilfeunterricht?

Die Joblinge erhalten bei Bedarf Nachhilfeunterricht – etwa in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch.

 

Fragen zu den Joblingen

Nach welchen Kriterien werden die Joblinge ausgewählt?

Für die Aufnahme kommt es nicht auf einen Schulabschluss an. Voraussetzungen sind Motivation und die Bereitschaft, sein Leben in die eigene Hand zu nehmen. Jugendliche und junge Erwachsene, die Jobling werden wollen, bewerben sich in einer gemeinnützigen Projektarbeit. Sie zeigen, dass sie bereit sind, ihre berufliche Zukunft mit Initiative und eigener Kraft zu gestalten. In dieser Zeit haben sie die Möglichkeit, das Programm in seinen einzelnen Etappen und Anforderungen kennenzulernen und sich für eine Aufnahme zu empfehlen.

Was müssen die Joblinge alles leisten?

Ziel des Programms ist die Befähigung zur Eigeninitiative. Die Joblinge müssen daher aktiv am gesamten Programm teilnehmen und sich an die vereinbarten „Joblinge-Regeln“ halten. Auch einen möglichen Ausbildungsplatz im Anschluss an das Bewerbungspraktikum muss sich der Jobling durch eigenständige Arbeit während des Praktikums erarbeiten.

Wie alt sind die Joblinge? Welchen Schulabschluss haben sie?

Die Joblinge sind in der Regel zwischen 15 und 25 Jahre alt. Die meisten Joblinge verfügen über keinen Schulabschluss oder einen Hauptschulabschluss.

Wie viele Joblinge haben einen Migrationshintergrund?

Abhängig vom Standort des Programms variiert der Anteil der Joblinge mit Migrationshintergrund. Im städtischen Raum verfügt üblicherweise ein Großteil der Joblinge über einen Migrationshintergrund.

Wie finanzieren sich die Joblinge während ihrer Teilnahme am Programm?

Die Initiative selbst zahlt keine Teilnahmevergütung an die Joblinge. In der Regel finanzieren sich die Joblinge über Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit oder sie werden von ihren Eltern unterstützt. Während des Qualifzierungspraktikums und während des Bewerbungspraktikums erhalten die Joblinge in der Regel eine Praktikumsvergütung vom jeweiligen Partnerunternehmen.

Werden die Joblinge ganztägig betreut?

Das Joblinge-Programm ist ein Vollzeitprogramm. Die Jugendlichen werden während der gesamten Programmzeit ganztägig betreut. Während der Praxis- und der Probephase verbringen die Joblinge einen Großteil der Zeit als Praktikanten in den Partnerunternehmen. 

Sind die Joblinge berufsschulpflichtig?

Die Schul- und Berufsschulpflicht ist vom Bundesland und vom Alter des Jobling abhängig. In einigen Fällen sind die Joblinge für die ersten drei Monate im Programm von der Berufsschulpflicht befreit. Unabhängig von der Berufsschulpflicht ist ein Berufsschulbesuch der Joblinge während des Bewerbungspraktikums gewünscht, damit sich diese auf den Alltag in Ausbildung vorbereiten können.

Werden die Jugendlichen von ihrer Familie unterstützt?

Dies ist sehr unterschiedlich. Manche Jugendlichen bekommen sehr viel Rückhalt von ihrer Familie, zum Teil fordern die Eltern auch Informationen von der gAG über die Entwicklung und Chancen ihres Kindes ein. Manche Jugendliche orientieren sich stärker an ihrem Freundeskreis, doch auch hier ist das Maß, in dem sie sich auch über Probleme bei der Berufsfindung austauschen, sehr verschieden.

 

Fragen zur Mentorenschaft

Wer kann Mentor werden?

Grundsätzlich kann jeder Erwachsene Mentor im Joblinge-Programm werden. Essentielle Voraussetzungen, um sich als Mentor zu engagieren, sind ausreichend Zeit (anfangs etwa drei Stunden pro Woche) und Interesse an der Auseinandersetzung mit jungen Menschen. Mentoren sollten darüber hinaus auf Berufserfahrung zurückgreifen können, kontaktfreudig sein, über Durchhaltevermögen verfügen und Spaß an der Suche nach nachhaltigen Lösungen haben.

Was sind die Aufgaben eines Mentors?

Die Mentoren coachen „ihren“ Jobling individuell, lassen ihn von ihrer Berufs- und Lebenserfahrung profitieren und helfen ihm dabei, sich über die eigenen Stärken und Ziele klar zu werden. Sie unterstützen den Jugendlichen dabei, Eigeninitiative zu entwickeln und zu stärken, bisherige individuelle Hemmnisse beim Einstieg in das Berufsleben zu identifizieren und anzugehen sowie ein geeignetes Berufsfeld zu finden.

Wie viel Zeit müssen die Mentoren aufbringen?

Durchschnittlich sollten pro Woche ca. 2-3 Stunden Zeit mit dem Jobling verbracht werden. Während der Orientierungsphase kann dies etwas mehr, während Praxis- und Probephase etwas weniger sein. Außerdem müssen ca. 16 Stunden für das Mentorentraining sowie Zeit für die regelmäßige Supervision eingeplant werden.

Für wie lange dauert die Mentorenschaft?

In der Regel dauert die Mentorenschaft ca. 6 Monate. Nachdem der Jobling das Programm erfolgreich durchlaufen und in Ausbildung oder Anstellung vermittelt worden ist, kann der Mentor den Jobling bei Bedarf weiterhin begleiten.

Erhalten die Mentoren eine Aufwandsentschädigung?

Nein, die Arbeit als Mentor im Joblinge-Programm ist ehrenamtlich. Das Mentorentraining und die professionelle Supervision sind für Sie selbstverständlich kostenfrei.

Gibt es weitere Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements bei der Joblinge Initiative?

Wer nicht Mentor werden will, sich aber dennoch ehrenamtlich für die Joblinge Initiative einsetzen will, kann sich gerne im Rahmen des Sport- und Kulturprogramms oder der Joblinge-Nachhilfe einbringen. 

Erhalten die Mentoren Hilfestellungen für die Treffen mit dem Jobling?

Neben den Hinweisen im Mentorentraining dient insbesondere das Logbuch als Leitfaden für die Treffen mit dem Jobling. Darin sind Muster-Übungen und Ideen für Gesprächsthemen enthalten sowie Hinweise und Hilfestellungen zur Dokumentation der Treffen. Darüber hinaus dient auch die Supervision dem Austausch von Ideen.